Fußball schlägt Leichtathletik

INTERVIEW Ex-Läuferin Kathrin Schermuly kickt für Wetzlar in der Regionalliga

Kathrin Schermuly (l.), hier im Duell mit Laura Frank von Jahn Calden, ist eine feste Größe bei Eintracht Wetzlar. (Foto: Archiv)

Die ehemalige Leichtathletin erzählt im Gespräch mit dem TAGEBLATT, wie sich ihre fußballerische Laufbahn entwickelt hat und welche Ziele sie mit ihrer Mannschaft in dieser Saison, die für die Eintracht mit einer Auswärtspartie am 8. September bei 1899 Hoffenheim II beginnt, anstrebt.

?Wie kam es dazu, dass du Fußball spielen wolltest?

Kathrin Schermuly: Meine ganze Familie hat Fußball gespielt, da war für mich klar, dass ich das auch möchte. Deshalb habe ich auch schon so früh damit angefangen. Ansonsten hat mich in sportlicher Hinsicht noch Leichtathletik interessiert.

?In welchem Alter hast du mit dem Fußballspielen angefangen?

Schermuly: Angefangen habe ich bei den Bambinis beim FCA Niederbrechen. Das war mit sechs Jahren. Dort habe ich dann bis zu meinem Wechsel zur Damenmannschaft des VfR 07 Limburg gespielt.

?Bringt es Vorteile, als Mädchen noch lange mit Jungs zu spielen?

Schermuly: Auf jeden Fall. Das Spiel ist schneller und es wird auch mehr mit Körpereinsatz gespielt. Da lernt man einfach noch einiges dazu. Außerdem habe ich seit 2009 mit Gastspielerlaubnis bei der MSG Erbach gespielt. So hab ich beides kombiniert.

?Würdest du Anfängerinnen empfehlen, erst einmal bei den Jungs zu spielen?

Schermuly: Das kommt auf das Alter drauf an, irgendwann ist der körperliche Unterschied zu groß. Dann sollte man lieber direkt in eine Mädchenmannschaft wechseln. Aber an sich ist es keine schlechte Sache, bei den Jungs anzufangen.

?Wo, glaubst du, liegt der wesentliche Unterschied beim Männer- und Frauenfußball?

Schermuly: In der Schnelligkeit und im Körpereinsatz.

?Und was hat dir generell mehr Spaß gemacht?

Schermuly: Das kann ich so gar nicht sagen. Ich fand beides hat mir fußballerisch etwas gebracht. Und es hat auch in beiden Mannschaften echt Spaß gemacht.

?Hast du neben Fußball noch andere Sportarten betrieben?

Schermuly: Ich habe noch sehr lange Leichtathletik gemacht bei der LG Brechen. Meine Disziplinen waren hauptsächlich Mittel- und Langstreckenläufe.

?Hat dir das Leichtathletiktraining geholfen beim Fußball?

Schermuly: Ja, vor allem natürlich wegen der Ausdauer. Die braucht man ja beim Fußball genauso, wenn man 90 Minuten lang laufen muss.

?Ist es schwierig, Training, Spiele und Schule zu kombinieren?

Schermuly: Es ist nicht ganz einfach. Seit ungefähr einem Jahr klappt das leider alles nicht mehr so gut, deshalb habe ich mit der Leichtathletik aufgehört. Für Fußball habe ich mich deshalb entschieden, weil es ein Mannschaftssport ist, und das ist mir besonders wichtig.

?Du warst 2012 bei zwei Sichtungslehrgängen des Deutschen Fußball-Bundes. Wie läuft so etwas ab?

Schermuly: Das waren immer dreitägige Lehrgänge mit jeweils drei Trainingseinheiten am Tag. Also wirklich anstrengend. Der Unterschied zum normalen Training war auch, dass das Tempo deutlich höher gewesen ist, und ebenfalls in taktischer Hinsicht gab es Unterschiede.

?Was hat insbesondere den Leistungstest der U19-Nationalmannschaft in Köln ausgemacht?

Schermuly: Besonders war vor allem, dass die U19-Kaderspielerinnen der Nationalmannschaft dabei waren. Man konnte einfach mal vergleichen, wie die eigene Leistung im Gegensatz zu den anderen ist. Getestet wurde die Ausdauer, die Sprung- und Spurtkraft.

?Du spielst derzeit in der Regionalliga Süd. Hast du weitere Ziele?

Schermuly: Vergangene Saison haben wir den vierten Platz belegt, das wollen wir auf jeden Fall wieder schaffen. Ein Ziel ist es natürlich, immer besser zu sein. Und beim Hessenpokal würde ich gerne mal als Gewinnerin vom Platz gehen.

?Was zeichnet dich als Fußballerin aus?

Schermuly: Das ist nicht so leicht zu sagen. Im Spiel bin ich, denke ich, vor allem in den Zweikämpfen stark. Generell bin ich auch ehrgeizig. Und es wird über mich gesagt, dass ich eine faire Spielerin bin.


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