Gab's früher tatsächlich mehr Schnee?

ENERGIE Messe geht heute weiter

Wettermoderator Sven Plöger spricht zum Auftakt der Energiemesse vor gut 200 Menschen über den Klimawandel. (Foto: Schmidt)

Mit viel Humor und Überzeugungskraft erklärt der Meteorologe den Zustand unseres Planeten. Mit den typisch ausladenden Gesten, den kreisenden Armen im Uhrzeigersinn oder andersherum, die die Fernsehzuschauer von Sven Plöger aus dem "Wetter im Ersten" kennen, spricht er über Islandtief und Azorenhoch. Er erläutert den Unterschied zwischen Klima und Wetter und spricht über die falschen Schlüsse, die die Menschen ziehen, wenn sie beides verwechseln - und wenn sie dann auch noch den Kindertagen nachtrauern, in denen "immer mehr Schnee war".

Plöger zeigt auf, warum erst das Hochwasser kommt und dann die Dürre, spricht von schmelzender Arktis, wärmer werdender Tiefsee und vom Kohlendioxid, jenem unsichtbaren geruchslosen Gas, das die Menschheit permanent in die durchsichtige Atmosphäre ausstößt - und zwar 34 Milliarden Tonnen im Jahr. "Wäre das schwarzer Qualm, oder das Gas würde stinken, dann würde die Welt ganz schnell eine Lösung suchen und sie auch finden."

Der Klimawandel ist eine Tatsache, daran lässt Plöger keinen Zweifel, und auch nicht daran, dass der Mensch ihn macht. Von einer "Klimakatastrophe" will er aber trotzdem nicht reden - dramatisieren bringt nichts.

n Energiewende kommt sowieso, spätestens für die nächste Generation

Stattdessen sieht der Meteorologe den Klimawandel als "Frühwarnsystem des Planeten, der anzeigt, dass die Energiewende jetzt sein muss". Kommen werde sie sowieso, spätestens für die nächste Generation, allein schon deshalb, weil die heute schon sieben Milliarden Menschen auf der Welt die Ressourcen von 1,4 Erden verbrauchen: "Wir haben aber nur eine Erde", sagt Sven Plöger. Die Tage von Erdöl, Gas und Kohle sind gezählt, der stets steigende Energiebedarf der Zukunft kann nur regenerativ gedeckt werden.

"Damit sich die Bürger Anregungen und Tipps für ihren eigenen Beitrag zur Energiewende holen können", gibt es die Energiemesse des Landkreises, sagt der Hausherr, Landrat Robert Fischbach. Dort bieten auch heute noch über 50 Aussteller Informationen und Beispiele neuester Techniken und bewährter Produkte zum Thema erneuerbare Energien.


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