Ganzer Tag voller Musik rund ums Schloss

SCHLOSSKONZERT Barockfest findet zum zehnten Mal in Weilburg statt - Großartige Auftritte von Studenten

Das Barockfest in Weilburg: eine Musikerin bereitet sich auf ihren Auftritt vor.

Studenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt hatten dabei großartige Auftritte. Trotz der enormen Hitze war die Veranstaltung ausverkauft.

Im Renaissancehof, der Schlosskirche, der Oberen Orangerie und in der Alten Hofstube spielten unterschiedliche Ensembles Barockmusik aus der Zeit Georg Philipp Telemanns, Johann Sebastian Bachs, Joseph Haydns oder Claudio Monteverdis.

Einflüsse aus dem deutschsprachigen Raum standen denen aus Italien, Frankreich und England gegenüber. Das Publikum konnte aus einem großen Buffet-Angebot wählen und sich sein eigenes Menü zusammenstellen.

Die einzelnen Konzerte dauerten zwischen 30 und 45 Minuten, dann konnte man zum nächsten Aufführungsort schlendern.

Zwischendurch nahmen die Gäste gerne auch die Angebote im Lindenboskett wahr. Dort gab es Kleinigkeiten zu Essen und fair gehandelten Wein des Weltladens, außerdem konnte man Exponate der Weilburger Künstlerkolonie bewundern.

Vorträge mit großer Leichtigkeit

Die jungen Frankfurter Musiker sind besonders in der historischen Aufführungspraxis ausgebildet. Sie spielen überwiegend auf Nachbauten historischer Instrumente, die häufig schon in der Optik von modernen Instrumenten abweichen.

So werden die meisten Instrumente, selbst Geigen, senkrecht gehalten und gespielt. Viele der Barockstücke klingen beschwingt und scheinen mit großer Leichtigkeit vorgetragen. Dabei sind aber oft sehr schnelle Läufe mit vielen Verzierungen zu bewältigen.

Gerade in kleinen Ensembles ist das akkurate Zusammenspiel enorm wichtig, was hervorragend gelingt. Bei so manchen Weisen wiegen die Zuhörer mit dem Kopf oder machen tänzerische Bewegungen.

Die jungen Interpreten spielen mit großer Konzentration, verschanzen sich aber leider häufig zu sehr hinter ihren Notenständern. Manche Musiker hatten mehrere Auftritte in unterschiedlichen Konstellationen.

Großes Ensemble musiziert

Bei einigen Vorträgen spielt das Cembalo eine tragende Rolle, zu hören waren aber auch Flöten-, Horn- oder Cellokonzerte. Natürlich gab es auch Vokalmusik zu hören wie etwa zwei Italienische Kantaten von Georg Friedrich Händel.

Brigitta Ambs trug diese, begleitet von Cembalo und Barockcello, mit angenehm dunkel gefärbtem Mezzosopran vor.

Höhepunkt des Tages war das Abschlusskonzert in der Schlosskirche unter dem Motto "Eine Kaiserliche Serenata". Hier musizierte ein großes Ensemble unter der Leitung von Professorin Eva Maria Pollerus am Cembalo. Die "Serenada à 8" aus "Concentus musico-instrumentalis" von Johann Joseph Fux bildete eine Klammer um das Konzert mit Werken von Antonio Vivaldi, Georg Muffat und Johann Michael Steinbacher.

Mit festlichen Trompeten-Klängen begann das Konzert und endete mit Trompeten-Signalen im glänzenden Finale. (am)


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