Gefasster Juwelendieb gesteht

JUSTIZ Zwei Jahre Haft ohne Bewährung für 43-Jährigen

Wegen versuchten Einbruchsdiebstahls wurde der zuletzt in Belgien wohnende mazedonische Staatsangehörige vom Wetzlarer Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Reinhard Grün zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, der 43-jährige Angeklagte verbleibt weiter in Untersuchungshaft.

Das Verfahren gegen seinen Mittäter musste abgetrennt werden. Der ebenfalls aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende, 50-Jährige war in der Untersuchungshaft psychisch auffällig geworden und befindet sich laut Justiz derzeit zur Begutachtung in einer geschlossenen Einrichtung, gesichert wie ein Gefängnis.

Das aus Belgien nach Mittelhessen angereiste Einbrecherduo hatte sich weit nach Mitternacht durch das Aufhebeln von Türen Zutritt zum Juwelierladen verschafft. Mit einem Hammer zertrümmerten sie Vitrinen und packten Schmuck im Verkaufswert von rund 14 000 Euro ein. Bei ihrem kriminellen Tun bemerkten sie offenbar nicht, dass die Alarmanlage ausgelöst hatte. Noch bevor die beiden Männer das Juweliergeschäft verlassen und sich aus dem Staub machen konnten, wurden sie von Einsatzkräften der Wetzlarer Polizeistation in Empfang und ergo auch festgenommen. Beide Täter verbüßen seit dieser Zeit Untersuchungshaft. An den beschädigten Türen und Vitrinen war ein Sachschaden von mehr als 6 000 Euro entstanden.

Im Prozess präsentierte sich der 43-jährige Angeklagte geständig. Den Schmuck habe man sich teilen und dann verkaufen wollen. „Ich wollte von dem Verkaufserlös für meinen kranken Vater Medikamente kaufen und einen Friseursalon in Mazendonien eröffnen“, erklärte der Angeklagte auf Nachfrage des Gerichts.

Warum Wetzlar? Das kann der Angeklagte vor Gericht nicht schlüssig darlegen

Warum man nach Wetzlar gekommen sei, konnte er nicht schlüssig sagen – es soll Zufall gewesen sein. Seinen Mittäter kenne er bereits aus der Heimat und gemeinsamen Zwischenstationen in Italien und Belgien.

Staatsanwalt Robert Schewe hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert, Pflichtverteidigerin Andrea Wetz dagegen eine bewährungsfähige Strafe.

Am Rande der Verhandlung wurde bekannt, dass der 50-jährige Mittäter von den Schweizer Justizbehörden wegen eines ähnlichen Delikts verfolgt wird und mittlerweile ein Antrag auf Auslieferung besteht. (hu)


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