Gemeindechor bringt Dom zum Klingen

KONZERT Mehr als 600 Besucher stimmen beim festlichen Adventsingen mit ein

Mehr als 600 Besucher hatten Freude am Singen bekannter Adventlieder im Wetzlarer Dom. (Foto: Volkmar)

Mit dem allseits bekannten wie beliebten "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" begrüßte Domkantor Dietrich Bräutigam die Besucher und stellte die Kantorei und den Bläserkreis Wetzlar vor.

Nach kurzer erwartungsvoller Stille, in der einzig der Lärm des Weihnachtsmarkts vor der Tür zu hören war, erklang aus dem Altarraum der barocke Chorsatz "Macht die Tore weit" des böhmischen Komponisten Andreas Hammerschmidt (1611-1675). Begleitet vom Bläserkreis entwickelten die über 40 Sängerinnen und Sänger der Kantorei den sechsstimmigen Chor zu einem klangschönen Auftakt.

Anzeige

Danach waren die Besucher zum Mitsingen eingeladen. Begleitet von Kantorei und Bläsern ertönte ein vielstimmiger Massenchor: "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit." Ein gutes Zeichen, dafür, dass Singen für viele immer noch zur Adventszeit dazugehört.

Kantor hat alle Hände voll zu tun

Mit den beiden Motetten "Abendlied" und "Unser lieben Frauen" von Ernst Friedrich Richter und Max Reger leiteten Kantorei und Bläser wieder zum "Volksgesang" über. Im Wechsel von Chor und Gemeinde erklang Paul Gerhards Komposition aus dem 17. Jahrhundert, "Wie soll ich dich empfangen".

Bräutigam war dem Ganzen ein souveräner Leiter. Der Domkantor hatte im wahrsten Sinne alle Hände voll zu tun, um die einzelnen Gruppen zu leiten, dazu gehörte auch der Bläserkreis, der mit seiner festlichen Musik die Weiten des Doms klangschön ausleuchtete. Genauso setzten die Bläser bei der Begleitung der Kantorei und des Gemeindegesangs hörenswerte Akzente.

Das abwechslungsreiche Musizieren mit der "Tochter Zion" einen besonderen Höhepunkt. Nach der Intensität des Gesanges zu urteilen, war die lebhaft-freudige Liedfolge aus Händels Oratorium "Judas Maccabäus" für die singfreudigen Besucher eine gute Wahl. Mit Johann Sebastian Bachs "Ehre und Preis sei Gott, dem Herrn" konnten die Bläser wieder ihr Können als Solisten unter Beweis stellen. Von der Kantorei erklang die mehrstimmige Motette "Ich freue mich im Herrn", von Gottfried August Homilius.

Nach dem Gemeindechor "Der Morgenstern ist aufgedrungen", im 16. Jahrhundert von Michael Praetorius in Worte gefasst, setzen Kantorei und Bläser einen glänzenden Schlusspunkt. Aus der Mitte des Domes erklang mit "Tollite hostias" (Bringt Geschenke und betet an den Herrn) der mehrstimmige Schlusssatz aus dem Weihnachtsoratorium des französischen Komponisten Camille Saint-Saens (1835- 1921). Es war eine festliche Einstimmung auf Weihnachten. (wv)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet