"Gemeinsam statt einsam"

ASYL Flüchtlingshilfe baut Netzwerk auf

Die Gemeinde Bad Endbach hat die ehemalige Pension "Haus Diana" gekauft. Dort sollen bis zu 14 Flüchtlinge untergebracht werden. Außerdem ist geplant, in dem Gebäude ein Begegnungszentrum einzurichten. (Archivfoto: Piplies)

Sie kommen aus den unterschiedlichsten Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt. Viele haben während ihrer Flucht Traumata erlitten. Die lassen sich nicht einfach abstreifen. Die Flüchtlinge müssen mit einer fremden Sprache und einer fremden Kultur zurechtkommen. "Sie brauchen deshalb Menschen, die sich in liebevoller Weise um sie kümmern, ihnen helfen, hier anzukommen und in unserem Dorf ein Teil zu werden", heißt es in einem Flyer des Fördervereins der christlichen Kinder- und Jugendarbeit Bad Endbach.

Er gehört einem Netzwerk an, das sich in der Gemeinde für die Flüchtlingshilfe bereits engagiert. Das jüngste Treffen der ehrenamtlichen Helfer fand am 3. März statt. "Mit einer tollen Resonanz von über 40 Teilnehmern", wie Bürgermeister Markus Schäfer (CDU) am Montagabend in der Parlamentssitzung erklärte. Sie hätten sich darauf verständigt, für ihre weitere Arbeit die Vereinsstrukturen des Fördervereins der christlichen Kinder- und Jugendarbeit Bad Endbach zu nutzen.

Der will für die künftige Flüchtlingsarbeit eine zusätzliche halbe Stelle für eine Fachkraft schaffen. So könne auch professionelle Hilfe geleistet werden, sagte Schäfer.

Zur Integration der Flüchtlinge in die Gemeinschaft und die bestehenden Angebote der Vereine, Kirchen und christlichen Gemeinschaften soll ein Projekt beitragen. Es steht unter dem Titel "I have a dream - gemeinsam statt einsam". "Ich habe einen Traum" ist der Titel der berühmten Rede des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King im Kampf gegen soziale Unterdrückung und Rassismus.

Bereits einige Aktionen gestartet

Mit diesem Projekt wollen die Initiatoren Ideen entwickeln und umsetzen, um die Flüchtlinge willkommen zu heißen. "Die Projektarbeit ist für alle ortsansässigen Vereine, Kirchen und christlichen Gemeinschaften offen", ruft der Förderverein in seinem Flyer zur Unterstützung auf. Der Förderverein hat mit Stefan Fuchs seit Mai 2014 - zunächst befristet - eine Fachkraft für die Flüchtlingsarbeit eingestellt.

Zusammen mit anderen Helfern kamen so bereits einige Aktionen ins Rollen. Deutschkurse liefen an, Flüchtlinge werden bei Arzt- und Behördenbesuchen begleitet. Einmal die Woche wird für Kinder auch Nachhilfeunterricht angeboten. Und seit diesem Monat gibt es auch eine Ausgabestelle der Marburger Tafel im Bad Endbacher Bürgerhaus, in der sich die Flüchtlinge mit Lebensmittel versorgen können.

Die politische Gemeinde selbst kaufte im Dezember die ehemalige Pension "Haus Diana" und wird dort nun Wohnungen für bis zu 14 Flüchtlinge einrichten. In dem Gebäude soll auch ein Begegnungszentrum entstehen.

Das neue Gemeinschaftsprojekt soll nun dazu beitragen, die Asyl-Suchenden in die verschiedensten Gruppen, Vereine und Gemeinschaften einzubinden und ihnen Orientierungshilfen zu geben - zum Beispiel beim Einkaufen oder beim Bedienen von Elektrogeräten. Hausaufgabenbetreuung, Begegnungscafés oder Fahrdienste sind weitere Ideen, ebenso wie gemeinsame Arbeitsprojekte. Dazu könnte eine Fahrradwerkstatt gehören, in der Flüchtlinge zusammen mit handwerklich begabten Helfern alte Fahrräder wieder flott machen.

Dafür braucht es allerdings ein Netzwerk an ehrenamtlichen Helfern sowie auch finanzielle Unterstützung. Der offizielle Startschuss des Projektes "I have a dream - gemeinsam statt einsam" erfolgt am Samstag, 21. März, ab 19 Uhr im Kur- und Bürgerhaus Bad Endbach.


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