Gemeinschaft erleben

GOTTESDIENST Flüchtlinge und Einheimische singen gemeinsam

Rund 300 Besucher, mehrheitlich Flüchtlinge, nahmen an der Feier im Wetzlarer Dom teil. (Foto: Rühl)

So waren nicht nur Flüchtlinge aus dem Camp in Wetzlar im Dom, sondern auch aus Unterkünften in Albshausen, Biskirchen, Bissenberg, Greifenstein-Allendorf, Hüttenberg, Leun und weiteren Orten. Auch viele Einheimische hatten sich unter die Besucher gemischt. Rund 300 Teilnehmer haben bei einer ökumenischen Weihnachtsfeier für Flüchtlinge im Dom der Geburt von Jesus Christus bedacht.

Gestaltet wurde die Feier durch den katholischen Bezirksdekan Christof May, den evangelischen Dompfarrer Björn Heymer und die Flüchtlingspastorin Johanna Mähling von der Diakonie Lahn-Dill. Sie verlasen die Geschichte von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem, die anschließend in Englisch und Arabisch übersetzt wurde.

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Pfarrer Heymer wies darauf hin, dass bei der Gestaltung der Weihnachtskrippe im Dom dieses Jahr das Thema Flucht aufgegriffen wurde. Maria bringt das Jesuskind in einem Zelt des Malteser-Hilfsdienstes zur Welt. Die weihnachtliche Szene ist von einem hohen Drahtzaun umgeben, an dem Kleidung zum Trocken aufgehängt wurde. May betonte, dass die Flüchtlinge willkommen seien.

"Gottlob, dass viele Menschen zu uns kommen und anklopfen. Mit ihnen kommt Christus in unser Haus und unser Leben", so der Bezirksdekan. Mähling stellte Maria, die Mutter Jesu, als mutige Frau vor. Sie habe nicht gehadert, weil sie ein Kind gebären sollte, sondern die Schwangerschaft angenommen. Und sie nahm den Stall als Geburtsort für den Sohn Gottes an.

Das Thema Flucht wird auch mit der Weihnachtskrippe im Dom dargestellt

Sie habe sich auch nicht gewundert, dass Hirten in den Stall kamen und sich vor dem Kind verbeugten. Maria habe darauf vertraut, dass Gott sie in allen kommenden Aufgaben nicht alleine lasse.

Orgelmusik, Gesang und Geigenspiel ergänzten das Programm. Pfarrer Heymer führte aus, dass das erste Lied, das Kinder lernen, ein Wiegenlied sei. Kantor Dietrich Bräutigam stimmte "Schlaf, Kindlein, Schlaf" und "Lalelu, nur der Mann im Mond schaut zu" auf der Orgel an. Der Aufforderung, ein Schlaflied ihrer Heimat zu singen, kamen spontan einige Flüchtlinge nach.


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