Generationswechsel bei der Künstlergilde Herborn

Vernissage der Jahresausstellung "Lebensträume kennen keine Zeit" ist am 13. November

Die aktiven Mitglieder der Herborner Künstlergilde: (v. li.) Mikhail Ustaev, Silvia Bauer, Elvira Walther, Thomas Wörsdörfer und Thomas Walther.

Wer sich für die Kunst begeistert, sei es praktisch oder theoretisch, versucht, die Kunst in seinen Lebensalltag zu integrieren. Ernst Tropp, Helmut Kindermann und Hannelore Kratz haben dies über einen langen Zeitraum gelebt.

Über die Gründung einer Künstlergilde im Jahr 1982 fanden sie eine Möglichkeit, die Kunst in der Stadt Herborn als festen Bestandteil gesellschaftlichen Lebens zu integrieren. Auf ihr Bestreben hin wurde die "Alte Färberei" fachkundig ausgestattet, so dass dort seither regelmäßig Kunstausstellungen präsentiert werden. So auch die diesjährige Jahresausstellung der Künstlergilde Herborn, die in diesem Jahr unter dem Aspekt des Generationswechsels besonders sehenswert ist. Tropp, Kindermann und Kratz stellen noch einmal als Gastaussteller aus.

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Hannelore Kratz zeigt ihre Landschaften in Aquarell, Kreide und Öl. Ernst Tropp, der seit 1991 wiederholt den Vorsitz der Künstlergilde innehatte, ist als Künstler bekannt, der mit seiner Farbpalette eine stark metaphysische Atmosphäre zu schaffen weiß. Seine Ölgemälde zeugen von einer starken Selbstreflexion und von einer warmherzigen Nähe zwischen Betrachter und Künstler.

Wie Ernst Tropp war auch Helmut Kindermann von Anfang an dabei. Seine Ölgemälde, Aquarellbilder, Pastell- und Federzeichnungen entspringen einem tiefen Naturverständnis.

Die Gemälde von Mikhail Ustaev sind inspiriert von Erotik und Sinnlichkeit. Seine surrealen oder abstrakten Bilder drücken große Schönheit und Kraft aus. Einige seiner Werke sind dem Kubismus zuzuordnen, sie befassen sich mit Tierkreiszeichen und Sternbildern. Neben der Malerei arbeitet er auch als Bildhauer und erschafft Skulpturen aus Keramik und Gips.

Silvia Bauer präsentiert erneut ihre in kräftig leuchtenden Gouachefarben gemalten Bilder mit ihren surrealistisch hintergründigen und mit einer Prise Humor gewürzten Motiven.

Die großformatigen Kohlezeichnungen von Thomas Wörsdörfer zeigen frontale Portraits von Menschen, denen er durch kleine Hinweise eine subjektive Identität verleiht. Zwei Kohlezeichnungen thematisieren das Prinzip Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende in Syrien und den anderen Kriegsschauplätzen in der Welt.

Thomas Walther stellt Arbeiten in unterschiedlichen Techniken aus. In letzter Zeit liegt sein Schwerpunkt auf der zeitgemäßen Interpretation klassischer "Vor-Bilder".

Elvira Walther zeigt in der Ausstellung Gemälde in Acryl-, Aquarell- und Mischtechnik, z. B. abstrahierte Landschaftsdarstellungen sowie aus ihrem Blickwinkel interpretierte architektonische Motive. Sie ist auch die Vorsitzende und Ansprechpartnerin der Künstlergilde Herborn.

Als Gastaussteller vertreten ist Markus Thorn, freier Bildhauer aus Beilstein und Mitglied im Oberhessischen Künstlerbund. Seine Hauptschwerpunkte in diesem Jahr sind Körperfragmente in Marmor und Kalkstein gearbeitet und weiterhin sandgestrahlte Papierarbeiten.

Pünktlich zur Jahresausstellung wurde in eigener Regie eine Internetpräsentation mit einem umfangreichen Pressearchiv aus 34 Jahren fertiggestellt. Sie ist unter der Adresse www.kuenstlergilde-herborn.de abrufbar.

Die Ausstellung in der "Alten Färberei" in Herborn (Haus der Vereine, Mühlbach 5/7) ist vom 13. bis 20. November von Montag bis Freitag, 15 Uhr bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

Die Vernissage ist am Sonntag, 13. November, um 15 Uhr. Die musikalische Begleitung übernimmt René Schierl aus Herborn-Seelbach.

Die ehemaligen Mitglieder, Ernst Tropp, Helmut Kindermann und Hannelore Kratz, werden im Rahmen der Vernissage als Ehrenmitglieder gewürdigt.


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