Gewalttäter muss sich bewähren

Nach Überzeugung des Gerichts hatte er im vergangenen August seine mittlerweile von ihm geschiedene Ehefrau nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Tode bedroht, gewürgt und geschlagen. Erst nach Anhörung des 57-jährigen Tatopfers und weiterer Zeugen hatte der Angeklagte die Taten eingeräumt und bedauert: "Es tut mir leid." An Einzelheiten hatte er keine Erinnerungen mehr und verwies auf den übermäßigen Alkoholkonsum. "Ich habe keine Möglichkeit mehr gesehen, als Ehepaar weiterzuleben und war mit der Lebensführung meines Mannes nicht einverstanden", sagte die 57-jährige Ex-Frau zu den Hintergründen des Streits nach rund 30 Jahren Beziehung.

Todesangst verbreitet

Über zwei Jahre soll über eine Trennung diskutiert worden sein, zuletzt habe man "getrennt" im gemeinsamen Einfamilienhaus gelebt. In dieser Zeit soll es immer wieder zu verbalen Entgleisungen des Angeklagten gekommen sein. Nach einem nächtlichen Streit und Beleidigungen griff der alkoholisierte Mann seine Frau an, würgte sie mit beiden Händen am Hals, bis diese kaum noch Luft bekam. Mit den Worten "Du stirbst jetzt!" hatte er Todesangst verbreitet und erst auf Zureden die Umklammerung gelöst. Als das Tatopfer dürftig bekleidet aus dem Haus rannte, folgte ihr der Mann und schlug ihr mit einem Spazierstock auf Oberschenkel und Kopf. Nachbarn kamen der Frau zur Hilfe, verständigten die Polizei.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft und setzte die Strafe auf drei Jahre zur Bewährung aus. Als spürbare Sanktion wurde eine Geldbuße von 1300 Euro verhängt.


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