Gießener Luft ist sauberer

Doch da Gießen nun mal im wettertechnisch eher gemäßigten Mitteleuropa liegt, bleibt der Universitätsstadt das Problem erhalten. Wenngleich es von Jahr zu Jahr kleiner zu werden scheint. Diese Tendenz bestätigen die 2017er-Werte, die beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zu erfahren waren.

Stickstoffdioxid knapp über dem Grenzwert

Demnach wurde von Januar bis Dezember vorigen Jahres beim Stickstoffdioxid (NO2) ein Jahresmittelwert von 42 Mikrogramm ermittelt. Der Grenzwert liegt hier bei 40. Im Falle des Feinstaubwerts PM10 die Abkürzung steht für Partikel-Masse mit der Größe in Mikrometern wurden acht Tagesüberschreitungen festgestellt. Zulässig wären maximal 35 Überschreitungen.

Weitere Daten der an der sehr verkehrsreichen Kreuzung Westanlage/Bahnhofstraße stehenden Messstation konnte das Landesamt noch nicht nennen. Und auch diese beiden Zahlen seien vorbehaltlich der noch ausstehenden wissenschaftlichen Überprüfung.

Doch zeigt der Vergleich mit den Vorjahren bei NO2 eine stetige Verbesserung: 2016 betrug der Mittelwert 44,4 Mikrogramm, während es 2015 noch 45 waren. Die acht Tagesüberschreitungen bei PM10 sind jedoch acht mehr als 2016, das diesbezüglich keine einzige aufwies. 2015 war das allerdings elf Mal der Fall, 2014 an sogar 18 Tagen. Bei den noch kleineren PM2,5-Feinstaubpartikeln sei Gießen 2017 dagegen „unauffällig“ und „im grünen Bereich“ gewesen, berichtet auf Nachfrage Marion Hemfler vom Landesamt.

Statt Umweltzone setzt Stadt auf ÖPNV und Rad

Auch Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) nimmt die beiden bisher bekannten Messwerte für 2017 mit Wohlwollen zur Kenntnis. „Wir sind wieder einen kleinen Schritt besser geworden“, sagt sie. Und fügt sogleich hinzu, davon auszugehen, dass sich der Rückgang bei NO2 in Gießen fortsetzt und der Mittelwert womöglich schon dieses Jahr dauerhaft unter die 40-Mikrogramm-Grenze sinkt. Eine entsprechende Tendenz sei jedenfalls „erkennbar“. Ursache: Die steigende Anzahl von Fahrzeugen, die mit Motoren der Abgasnorm Euro 6 unterwegs sind.

Gleichzeitig sieht sich Weigel-Greilich bestätigt, die eigentlich für den Januar 2018 geplante Einführung einer Umweltzone abgesagt zu haben. Die Stadt setzte stattdessen, wie Weigel-Greilich erneut bekräftigt, auf die Ausweitung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), ein Fahrradleihsystem und andere Maßnahmen, die das Stehenlassen des Autos beziehungsweise den Umstieg auf den Bus attraktiver machen. (fod)


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