Giftig für Hund und Katze

Tiere  Einige Lebensmittelbestandteile können für Vierbeiner gravierende Folgen haben

Dr. Heidi Bernauer-Münz. (Foto: Privat)
Lebensmittel mit Xylit können Leberschädigungen beim geliebten Haustier hervorrufen. (Foto: Woitas/ dpa)
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Einige Lebensmittelbestandteile sind nachgewiesenermaßen gefährlich und sollten auf keinen Fall von Hund und Katze gefressen werden. Lauchgewächse wie Knoblauch, Zwiebeln, Porree und Schnittlauch vertragen weder Hund noch Katze.

Beim Kauen werden Schwefelverbindungen freigesetzt, die rote Blutkörperchen zerstören. Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Appetit- und Lustlosigkeit treten oft erst am nächsten Tag auf; Blässe, Schwäche und Gelbsucht in den folgenden Tagen.

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Weintrauben, Rosinen und Sultaninen können beim Hund zu Nierenversagen führen. Der Wirkmechanismus ist noch unklar, aber heftiges Erbrechen, Durchfall, Futterverweigerung und Nierenversagen sprechen eine deutliche Sprache. Katzen sollten ebenfalls weder frische noch getrocknete Trauben erhalten. Gewarnt wird vor Macademianüssen, die Zyanogenglykoside enthalten. Innerhalb von zwölf Stunden treten Erbrechen, schwankender Gang und Zittern bis hin zu Lähmungen, Blässe und Gelbsucht auf.

„Die Dosis macht das Gift“

Koffein enthaltende Getränke wie Tee und Kaffee, aber auch einige Softgetränke können zu Vergiftungen führen, da sie Mehtylxanthine enthalten. Diese Substanz ist auch in Schokolade und Kaffeebohnen zu finden, bei Hunden die häufigste Ursache einer Lebensmittelvergiftung. Gern genommen wird auch Blockschokolade, die zum Backen verwendet wird und üblicherweise auf geklautem Wege in den Hundemagen gelangt. Zwei bis vier Stunden nach dem Diebstahl zeigen sich die Hunde aufgekratzt, atmen schnell und trinken viel Wasser. Nach dem Verzehr einer größeren Menge kommt es zu Erbrechen und Koma.

Gefährlich ist auch der Zuckerersatzstoff Xylit. Er ist in Brot, Gebäck und Süßigkeiten zu finden. Durch einen starken Insulinanstieg kommt es zur Leberschädigung. Nach 30 bis 60 Minuten kommt es zu Erbrechen, Zittern, Krämpfen und Kollaps.

Eine weitere Gefahrenquelle ist Alkohol, wobei seltener Getränke die Vergiftungsursache darstellen. Vergorenes Obst, rohe Hefeteige und Schlehenbeeren sind häufiger die Auslöser. Schwankender Gang, Untertemperatur und Teilnahmslosigkeit bis hin zu Koma und Atembeschwerden treten auf.

Zum Glück werden in den meisten Fällen kleinere Mengen einigermaßen vertragen und nur der spätere Durchfall erinnert daran. Die Dosis macht das Gift. Sicherheitshalber sollten Hund und Katze nur für sie hergestelltes Futter fressen. Die Auswahl ist mittlerweile so riesig, so dass jedes Leckermaul zufrieden gestellt werden kann.


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