Günteroder lassen sich den Grenzverlauf erklären

Dorfjubiläum Klaus Schröder führt rund 60 Wanderer durch die Natur /Nächste Teilabschnitt werden 2018 erkundet

Den Auftakt des Grenzgangs bildete der Aufstieg zur Günteroder Schutzhütte. (Foto: H. Peter)

Unter dem Motto "Kennst du deine Grenzen - Wir zeigen sie dir" fand eine Begehung eines Teilabschnittes der Günteroder Gemarkungsgrenze statt. Klaus Schröder wies darauf hin, dass der Grenzgang der erste Schritt auf dem Weg zu dem 725-jährigen Jubiläum in 2019 sei. Er startete mit dem Blick zurück in das Mittelalter. Damals habe diese unscheinbar wirkende Gemarkungsgrenze eine ganz andere Rolle gespielt. Diese sei etwa ab 1350 Teil der mittelhessischen Außenheege gewesen und bildete für viele Jahre die hessische Landesgrenze. Endbach und Hartenrod waren zu dieser Zeit hessisch und Günterod gehörte zu Solms.

Im Blick auf den Sportplatz "Am Schipp" wies Schröder darauf hin, dass die Günteroder-Bad Endbacher Grenze exakt über die Fünf-Meter-Torraumlinie des östlichen Tores verlaufe. Die sechs Kilometer lange oftmals ansteigende Grenzgangsstrecke im nordwestlichen Teil der Gemarkung war in drei Etappen eingeteilt. In einem ersten Anstieg wurde die Günteroder Schutzhütte erwandert, die sich auf Bad Endbacher Gemarkung befindet. Schröder fand die Erklärung in einem eventuellen Flächentausch.

Handelsweg ins Siegerland

Hinter der Schutzhütte konnten die Teilnehmer den ersten markanten Grenzstein bewundern und weiter einen "Dreimärker" (Grenzpunkt der Gemarkungen Endbach, Hartenrod und Günterod) kennenlernen. An dieser Stelle wies Gustav Raab auf einen Steinversturz gleichsam eines Geländeriegels hin (ein weiterer befindet sich am "Kisselberg") und sprach dabei auch die keltische Besiedlung dieses Gebietes an.

Am höchsten Punkt der Tour, bot sich "Am Schönscheid" ein fantastischer Ausblick. Noch vor dem Erreichen der ersten Raststation stellte Klaus Schröder den "Westfälischen Weg" als eine mittelalterliche Handelsstraße vor, die von Gießen über die Zollbuche nach Günterod weiter zur Angelburg und in das Siegerland führte.

Danach führte die Wanderung weiter zum "Dreibeinigen Stuhl", dem zweiten Dreimärker und der Verbindung der Grenzen von Hartenrod und Bischoffen. Im "Ebenwalde" fand die Sichtung historischer Grenzgräben und Steine statt. An der dortigen Windkraftanlage wurde eine ausgiebige Brotzeit eingelegt.

Der Grenzverlauf, der in einem Bachlauf in steilem Gelände liegt, ist danach unwegsam. Die Tour endete an der Landesstraße Günterod-Bischoffen. Beim "Grenzcafé" im Dorfgemeinschaftshaus fand die Tour ihren Ausklang. Die Begehung der Süd- und Ostgrenze soll im kommenden Jahr erfolgen. (hlp)


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