HSG feuert Chalepo

Seipp: "Mussten handeln" / Ex-Trainer: "Irrsinnig enttäuscht"
Seine letzte Pressekonferenz als Trainer der HSG Wetzlar: Gennadij Chalepo (2.v.l.), am vergangenen Freitag eingerahmt v
Seine letzte Pressekonferenz als Trainer der HSG Wetzlar: Gennadij Chalepo (2.v.l.), am vergangenen Freitag eingerahmt von HSG-Geschäftsführer Björn Seipp (l.), Großwallstadts Trainer Peter David (r.) und dem Leiter der Pressekonferenz, WNZ-Sportchef Alexander Fischer. (Foto: Rehor)
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 "Diese Entscheidung ist uns mehr als sehr schwergefallen, denn wir sind  Chalepo für seine Arbeit in den vergangenen anderthalb Jahren überaus dankbar", so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.  "Wir schätzen ihn als Menschen, verdienten Spieler und fachkundigen Trainer. Doch nach langen, konstruktiven Gesprächen  sowie dem Beleuchten der aktuellen sportlichen Situation sind wir zu dem Entschluss gekommen, die Zusammenarbeit mit  Chalepo zu beenden." 

Was dem geschassten 43-Jährigen schwer zu schaffen machte: "Ich bin natürlich irrsinnig enttäuscht", gab der zweifache Familienvater zu Protokoll. "Ich bitte aber um Verständnis, dass ich nicht mehr zu dem Thema sagen darf. Ich habe schließlich noch Geld zu bekommen, denn mein Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2013."

Antonio Pardo, der zusammen mit seinem Aufsichtsratskollegen Martin Bender sowie Björn Seipp und Manfred Rühl bei der Demission anwesend war, ergänzte: "Ausschlaggebend für die Beurlaubung  waren die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Wochen. Nach fünf Niederlagen in Folge und dem Absturz in der Tabelle sahen sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung  gezwungen zu handeln."

Ihren letzten Sieg hatten die Grün-Weißen am 17. Februar mit 26:22 beim TV Hüttenberg gefeiert. Danach setzte es fünf (zum Teil allerdings knappe)  Niederlagen, zuletzt am verganenen Freitag  mit 19:20 im Kellerduell gegen den TV Großwallstadt. Weil sie die ursprünglich abgezogenen Punkte vom 26:25-Erfolg gegen Frsich Auf Göppingen wieder zugesprochen bekommen haben, trennen sie immerhin noch vier Zähler vom durch den Bergischen HC besetzten direkten Abstiegsrang 16. Allerdings hat die Spielgemeinschaft aus Wuppertal und Solingen noch eine Partie mehr auszutragen als die Domstädter.Camdzic bleibt da, Beppler steht vor  Rückkehr als Assistent von Wandschneider"Es haben sicherlich einige zum Teil auch unglückliche Umstände dazu geführt, dass wir uns aktuell in einer sportlich schwierigen Situation befinden. Allerdings haben uns die Leistungen und das Auftreten des Teams in den vergangenen Wochen nachdenklich gemacht. Wir hatten zuletzt den Eindruck, dass in der Mannschaft der Glaube, enge Spiele zu gewinnen, nicht mehr vorhanden war", begründet Björn Seipp die Entscheidung des Trainer-Rauswurfs. "Dieser Glaube an die eigenen Fähigkeiten muss zurückkehren, denn die Mannschaft hat das Format, die Bundesliga zu halten. Neben dem neuen Verantwortlichen auf der Trainerbank sind aber die Spieler in der Pflicht, alles für den Klassenerhalt der HSG Wetzlar zu tun."

Den Namen des Neuen wollten die HSG-Verantwortlichen nicht nennen, wenngleich inzwischen längst durchgesickert ist, dass Kai Wandschneider, bis 30. Juni 2011 zehn Jahre lang auf der Bank von Bundesliga-Absteiger DHC Rheinland, heute um 17 Uhr sein erstes Training leiten wird. Der 52-Jährige hat sich dem Vernehmen nach am Samstag bereits mit Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Grün-Weißen nicht nur getroffen, sondern sogar auf einen Vertrag, offensichtlich zunächst allerdings nur bis zum Saisonende, geeinigt.

Der bisherige Chalepo-Assistent Jasmin Camdzic bleibt der HSG Wetzlar erhalten, offensichtlich allerdings nur als Torwart-Trainer. Nach Informationen dieser Zeitung kehrt Jochen Beppler, in der Vorrunde noch Co-Trainer von Chalepo, überraschend auf die Bank zurück.


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