Haarwasen: 3. Liga fraglich

FUSSBALL Steinbach hofft auf Ausnahme

Aufgrund der strikten Vorgaben des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), der bereits für das erste Jahr in der 3. Liga unter anderem ein 800-Lux-Flutlicht und Tribünen für 10 000 Besucher fordert, ist ein Spielbetrieb im SIBRE-Sportzentrum Haarwasen in Haiger zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht umsetzbar und nur mit einer Ausnahmegenehmigung durch den DFB möglich.

Diese will der Verein nunmehr auch beim DFB beantragen. Dabei berufen sich die Verantwortlichen darauf, dass es sich hier um einen einzigartigen Sonderfall handelt. Noch vor einigen Jahren spielte man in der Kreisliga B, stieg in der Saison 2014/15 in die Regionalliga auf und baute damals mit erheblichem finanziellen Aufwand in Rekordzeit das Stadion am Haarwasen aus.

"Innnerhalb von acht Monaten unmöglich"

"Nachdem sich im Oktober 2016 abzeichnete, dass unsere Mannschaft das Potential für einen Relegationsplatz hat, haben wir sofort mit den Planungen für einen möglichen Spielbetrieb in der 3. Liga am Haarwasen begonnen", so Vorstandsmitglied Roland Kring. Während in der letzten Saison der Klassenerhalt geschafft wurde, gehört die diesjährige Mannschaft um Trainer Matthias Mink zu den Spitzenteams der Liga und steht in Schlagweite zu den Relegationsplätzen.

Mittlerweile existieren nach monatelanger Planungsarbeit der Verantwortlichen die Ausbaupläne für das Stadion, und auch die Baukosten wurden ermittelt. "Ein solches Projekt ist jedoch unmöglich im Hinblick auf Planung, Baugenehmigungen und Ausführung innerhalb von nur acht Monaten auszuführen", so Kring, der die aktuelle Situation folgendermaßen schildert: "Zuletzt haben wir bis zum vorletzten Spieltag um den Klassenerhalt gekämpft - da kommt sicherlich niemand ernsthaft auf die Idee, über den Ausbau für eine höhere Spielklasse nachzudenken. Das ist doch etwas völlig anderes, als wenn du schon über Jahre in der Regionalliga um den Aufstieg mitspielst. Wenn sich jetzt die Mannschaft diese Chance mit viel Ehrgeiz und Herzblut erarbeitet hat, kann es doch nicht sein, dass sie durch zeitlich unmöglich erfüllbare Auflagen am Ende bestraft wird. Diesen Argumenten kann sich doch auch der DFB nicht völlig verschließen - zumal ja für U-23-Teams in der 3. Liga lediglich 5000 Zuschauer vorgeschrieben sind."

Der TSV Steinbach wird demnach alles versuchen, um eine Spielgenehmigung zu erwirken. "Das sind wir der hervorragenden Arbeit und Leistung unserer Mannschaft und des Trainerteams schuldig", erklärt Kring.

Am 27. Februar hat der TSV in Frankfurt in Person von Geschäftsführer Matthias Georg die Zulassungsunterlagen für die Saison 2017/2018 in der 3. Liga fristgerecht eingereicht. "Der DFB hat uns die Vollständigkeit der Unterlagen bereits bestätigt und wird diese nun inhaltlich auswerten", so Georg. "Im Hinblick auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für den Spielbetrieb in der 3. Liga haben wir den Nachweis beim DFB vorgelegt."

Volksbank-Stadion als Ausweichmöglichkeit

Für den formalen Antrag hat der TSV Steinbach mit dem Frankfurter Volksbank-Stadion ein Ausweichstadion angegeben. "Wir bedanken uns beim FSV Frankfurt ganz herzlich für die Unterstützung und prüfen derzeit, ob ein Ausbau in Haiger oder eine Übergangslösung in Wetzlar finanziell und baurechtlich überhaupt darstellbar sind", so Matthias Georg.

Ein Umzug nach Siegen ist aufgrund der Absage durch die Stadt Siegen an den TSV Steinbach hingegen nicht möglich und auch das Stadion in Wetzlar kommt aufgrund der Auflagen nach jetzigem Stand nicht in Betracht. (red)


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