"Hauptsache, Sie haben Ihren Spaß!"

Varietésommer in Marburg
Nicht zu viel versprochen hatten "Linne und Riesling�?, dass es auch einen erotischen Teil im Programm geben würde – für den sorgten sie höchstselbst.
"Hausmeister Stanke�? aus Berlin machte aus dem Ausklopfen eines Teppichs eine akrobatische und komödiantische Nummer.(Fotos: Schwarzwäller)
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"Kontorsion" – die Kunst, den Körper zu verdrehen und zu verbiegen

"Linne und Riesling" sind als Moderatoren des Abends bereits schon Garanten dafür. Egal, ob sie in grellen Disko-Klamotten den "Daddy Cool" geben, am Transport eines Koffers und eines Luftballons scheitern oder den zu Beginn versprochenen erotischen Teil des Abends bestreiten – "Hauptsache, Sie haben Ihren Spaß!", heißt die Losung für das Publikum. Dazu gehört auch der ein oder andere wohl platzierte, augenzwinkernde Seitenhieb auf Marburg.

"Hausmeister Stanke" aus Berlin muss nicht nur beim Auf- und Abbau des Bühnen-Equipments Hand anlegen, sondern auch einen Teppich ausklopfen. Was nach simpler Hausarbeit klingt, wird zu einer ebenso akrobatischen wie komödiantischen Nummer, die den Namen "gewagte Slapstick-Akrobatik an der Teppichstange" mehr als verdient. Außerdem dürfen sich die Zuschauer auf eine ausgeklügelte "Hütchenspieler"-Variante mit Spirituosen freuen. Der Marburger Zauberkünstler Juno darf natürlich beim 13. Varietésommer auch nicht fehlen – er wartet sowohl mit einem "altbekannten" Trick auf (der "magisch negativen Beschleunigung" von Ringen, Fans des ZAC Varietés wissen Bescheid), wie auch einem neuen Kunststück. "Da werden Sie sagen: Sowas hab ich ja noch nie – sehen wollen...", kokettiert Juno. Und macht sich wie immer einen Spaß daraus, das Publikum mit in seinen Auftritt einzubeziehen.

Für Artistik vom Feinsten war bei den ersten vier Vorstellungen Natalie Reckert zuständig. Sowohl mit Handstandartistik wie auch einer Darbietung am Vertikaltuch setzte sie künstlerische Highlights – im Falle ihrer Choreographie in luftiger Höhe sogar buchstäblich. In den Vorstellungen ab Mittwoch wird die Trapezkünstlerin Katrina stattdessen zu sehen sein. Dabei bekommen die Zuschauer etwas geboten, was es beim ZAC Varieté bislang noch nie gegeben hat: "Kontorsion" nämlich – die Kunst, seinen Körper zu verdrehen und zu verbiegen.

Ebenfalls mit seinem Körper, vor allem mit den Füßen, arbeitet Marcel Peneux. Der preisgekrönte Stepptanz-Weltmeister kommt nicht nur selbst ganz schön ins Schwitzen bei seiner Performance, er heizt auch dem Publikum ordentlich ein.

Publikum erhält ein kleines Seminar in Sachen Rhythmus

Und das bekommt nicht nur einen Auftritt, sondern gleich noch einen kleinen Workshop in Sachen Rhythmusgefühl. Musikalisch geben wie gewohnt die "Jazzrobots" den Takt und den Ton beim ZAC Varieté an und sämtliche Akteure wurden am ausverkauften Premierenabend mit viel Applaus und Jubel gefeiert. Völlig zu recht – der Varietésommer ist ein Sommer aus dem Bilderbuch.

"Das ist eines der besten Programme, die ich bislang gesehen habe", urteilte einer der Besucher, der schon zu den ZAC-Stammgästen zählt. Wer sich davon ebenfalls überzeugen möchte, hat noch bis zum 26. August die Gelegenheit. Zusätzlich zum Sommervarieté gibt es noch sechs weitere Veranstaltungen, vom Varieté-Theater für Kinder über Bauchredner Frank Rossi bis hin zu einem Konzert von "Schnafftl Ufftschik".

Das gesamte Programm mit allen Informationen ist im Internet unter der Adresse www.waggonhalle.de im INternet zu finden.


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