Herborn ist "Europäische Reformationsstadt"!

"Reformations-Truck" und viel Programm zum Jubiläumsjahr

Pfarrer Ronald Lommel, Pröpstin Annegret Puttkammer, Bürgermeister Hans Benner und Stadtverordnetenvorsteher J. Michael Müller (vorne v.li.) nehmen die Urkunde "Europäische Reformationsstadt" entgegen. Überbracht wurde diese von Dr. Mario Fischer (hinten) von der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Eruopa (GEKE) aus Wien. (Foto: dg)

In seinem Grußwort erklärt Bürgermeister Hans Benner unter anderem, warum Herborn als historische und moderne Stätte der Reformation angesehen werden kann. (Foto: dg)

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Herborn ist "Europäische Reformationsstadt"! Was bedeutet das? Herborn ist wie beispielsweise Worms, Marburg und Wittenberg im Reformationsjubiläums-Jahr 2017 einer von 75 Orten auf dem "Europäischen Stationenweg". "Die Wirkungen der Reformation sind bis heute in unserer Stadt zu erkennen, hier wird Toleranz, Glaubensfreiheit und Erneuerung gelebt", sagte Stadtverordnetenvorsteher J. Michael Müller dazu, als er jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Hans Benner, Pröpstin Annegret Puttkammer und Pfarrer Ronald Lommel die Urkunde "Europäische Reformationsstadt" entgegennahm.

500 Jahre nach der Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther steht im kommenden Jahr eine ganze Reihe von Veranstaltungen an, die die Bedeutung dieses Ereignisses für die heutige Zeit unterstreichen. Eins davon steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Status "Europäische Reformationsstadt": Ein "Reformations-Truck" - ein zur Ausstellung umgebauter Lkw - steuert die Reformationsstädte in 14 europäischen Ländern an und wird am 9. Mai 2017 auch Station in Herborn machen. Die Ausstellung wird auf dem Parkplatz des Herkules-Markts am Hüttenweg 1 zu sehen sein. Von allen Stationen und auch aus Herborn bringt der Reformations-Truck Geschichten und Erinnerungen mit in die Lutherstadt Wittenberg, wo sie im Rahmen der Ausstellung "Tore der Freiheit" gezeigt werden. Der "Europäischen Stationenweg" endet in Wittenberg und bildet mit einer Weltausstellung den Höhepunkt des Reformationsjahres 2017.

Was macht aus Herborn eigentlich eine "Europäische Reformationsstadt"? Unsere Stadt ist "eine Stätte der Reformation", wie Dr. Mario Fischer von der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) aus Wien erklärte, der die Urkunde am Reformationstag überbrachte. Die reformierte Gelehrsamkeit, der Bibeldruck in der Cornvin’schen Druckerei und die Liberalität der Bürger habe für die Reformation in der Region und darüber hinaus weitreichenden Einfluss gehabt, würdigte er in seiner Festansprache die Bedeutung Herborns. Er machte deutlich, dass die Initiative "Europäische Reformationsstadt" Partnerschaften zwischen Kirche und Kommunen stärken und Menschen in Europa miteinander verbinden will. "Mit dem Reformationsjubiläum 2017 wird eine Brücke über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg gebaut", erklärte er.

"Piscator-Bibel" entstand in der Corvin'schen Druckerei

Bürgermeister Hans Benner ergänzte in seinem Grußwort, warum Herborn als historische und moderne Stätte der Reformation angesehen werden kann. Im 16. Jahrhundert (1584) sei in Herborn die Academia Nassauensis, die Herborner "Hohe Schule", als höhere Bildungsanstalt für Reformierte aufgebaut worden, erläuterte er. Fast 250 Jahre seien hier Pfarrer, Lehrer und höhere Landesbedienstete ausgebildet worden, und bis heute bereite die evangelische Kirche im Theologischen Seminar Vikarinnen und Vikare auf den Pfarrdienst vor.

Er erinnerte unter anderem an die in der Corvin´schen Druckerei entstandene "Piscator-Bibel" als erste vollständige Bibelübertragung seit Luther. "Internationale und überkonfessionelle Verbreitung und Beachtung hat auch die Encyclopaedia von Johann Heinrich Alsted von 1630 erlangt", stellte Bürgermeister Hans Benner heraus.

"Play-Luther"-Theater am 19. September in der KuSCH

Rund um den Besuch des himmelblau lackierten "Reformations-Trucks" gibt es das ganze Jubiläumsjahr hindurch im evangelischen Dekanat an der Dill Comedy, Konzerte, Musicals und Theateraufführungen. Höhepunkte in Herborn sind ein Abend für Jugendliche mit dem Gründer der "Jesus Freaks" und Initiator der "Volxbibel", Martin Dreyer, am 8. Mai in der Konferenzhalle und das "Play Luther!"-Theater am 19. September in der KulturScheune in Herborn.

Vom 9. bis zum 11. August findet ein großer Kinder-Kirchentag in Hörbach statt. Auch ein ökumenisches Frauenfrühstück zum Thema "Gemeinsam unterwegs - auf unterschiedlichen Wegen" am 9. September steht im Programmheft.

Das bunte Heft liegt in etlichen Kirchengemeinden aus oder kann im Dekanat an der Dill (Am Hintersand 15) in Herborn abgeholt werden. Als pdf-Datei kann man es auf der Seite des Dekanats unter www.ev-dill.de bekommen. (klk/dg)


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