Herzholpern ist oft unbedenklich

DIREKTER DRAHT ZUM MEDIZINER Kardiologe Dr. Gerhard Noeske gab Tipps

Ein Ehringshäuser Rentner verträgt Zugluft im Hals-/Nackenbereich nicht und bekommt einen schnelleren Herzschlag mit Herzstolpern, wenn es schlimm wird Vorhofflimmern. "Wird das Herzstolpern als lästig empfunden, sollte dies mit dem Arzt besprochen werden", meinte Dr. Noeske. Die Ursachen dafür seien oft nicht leicht zu ermitteln, aber auf jeden Fall behandelbar. Medikamente könnten die unregelmäßigen Schläge unterdrücken. Die Ursachen sollten dennoch medizinisch abgeklärt werden. Je nach Befund kämen entsprechende Medikamente oder gar ein Eingriff in Betracht.

Sie habe seit Jahren Herzrhythmusstörungen. Die Ärzte hätten ihr mitgeteilt, dass sie ungefährlich seien, wollte es eine 70-jährige Anruferin genauer wissen. Dies sei tatsächlich oft der Fall, bestätigte der Kardiologe. Ob man etwas dagegen unternehme, hänge vom Grad der Beeinträchtigung ab. Wenn es etwa zu lästigen Schlafstörungen führe, sollte man etwas dagegen tun.

Bei einer 75-jährigen Anruferin schließt die Mitralklappe am Herzen nicht richtig. Sie hat bereits einen Herzkatheter gelegt bekommen. Seit etwa einem Jahr stolpert das Herz teilweise heftig. Sie nimmt Kalium und fragt nach der Dosierung. Kalium komme bei Kaliummangel in Betracht, antwortete der seit 1993 niedergelassene Facharzt mit Praxis in Gießen. Dann sei auch Magnesium hilfreich. "Sind die Nierenwerte in Ordnung kann man die empfohlene Dosierung nehmen."

Eingesetzter Defibrillator gibt im speziellen Fall große Sicherheit

Abhängig von einer anzuratenden Ultraschalluntersuchung sei entweder die weitere Einahme oder eine intensivere Behandlung notwendig. Ob die Mitralklappe operiert werden müsse, hänge vom Ausmaß der Undichtigkeit ab.

Ein Mann aus Lohra hatte vor eineinhalb Jahren einen Herzstillstand. Ihm wurde das Brugadasyndrom diagnostiziert und ein Defibrillator gesetzt. Nun mache ihm Herzstolpern zu schaffen. Das Brugadasyndrom sei eine seltene aber gefährliche Rhythmusstörung, klärte Dr. Noeske auf, der Defibrillator gebe hier große Sicherheit. Das Holpern habe damit nichts zu tun, sei weitgehend bedeutungslos und vielfach mittels Kalium/Magnesium reduzierbar.

Eine Weilburgerin hat Medikamente gegen einen Speiseröhrenpilz bekommen. Ihr Herzschlag setze oft aus und sie fühle sich schlapp und unwohl. Zu den Medikamenten, die sie nehme, gehörten auch Cortisonsprays gegen asthmatische Beschwerden. Dass die Pilz-Medikamente das Herz beeinträchtigen könnten, sei bekannt, wusste der Mediziner. Es sollte nochmal auch mittels eine EKG nach dem Herz geschaut werden. Die Frage sei, ob die Nebenwirkungen tolerierbar seien. Eventuell helfe auch hier schon die Einnahme von Kalium/Magnesium. Es mache Sinn, wenn sich die behandelnden Ärzte für Herz, Speiseröhre und Lunge untereinander absprächen.

Eine Bypass-Operation hat ein 63-jähriger Mann hinter sich, der nun, sieben Wochen später, noch immer unter Herzstolpern leidet. "Probleme durch die Reizung des Herzens bei der Operation sind als Folge zunächst nicht ungewöhnlich", meinte Dr. Noeske dazu. Diese verflüchtigten sich im Allgemeinen rasch. Sollten nach drei Wochen immer noch Beschwerden auftreten, sei der Arzt aufzusuchen. Eventuell müsse eine Nachuntersuchung stattfinden. Es könne auch die Einnahme von Kalium/Magnesium (Dragees oder Brausetabletten) Erfolge zeigen.

Er habe zwei Herzhinterwandinfarkte überstanden, berichtete ein Aßlarer. Die Medikamente verursachten bei dem 63-Jährigen Haarausfall und kalte Füße. Die Ursache von Haarausfall sei oft schwer nachzuweisen, klärte der Herzspezialist auf. Kalte Füße seien eine bekannte Nebenwirkung des das Herz entlastenden Betablockers. Die Frage sei, ob angesichts der Nebenwirkungen ein Umsetzen auf andere Medikamente möglich sei. Dies sollte mit dem Arzt abgesprochen werden.

Eine Anruferin spürt ihren Pulsschlag am linken Ohr. Man habe ihr gesagt, es könne im Zusammenhang mit einem Tinnitus stehen. Das Pochen im Ohr sei keine Krankheit des Herzens, sondern des Innenohrs, sagte der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am Telefon. Ein HNO-Arzt sollt befragt werden, die Beschwerden seien jedoch nicht leicht behandelbar. Wenn sie beim Pochen im Ohr Unregelmäßigkeiten wahrnehme, solle zu Klärung ein EKG geschrieben werden.


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