Hessentagspaar ist eingespieltes Team

Nina Becker und Florian Köhler sind Botschafter für Wetzlar
Für Nina Becker und Florian Köhler dreht sich im Moment  alles um Wetzlar und den Hessentag. Selbst wenn das Hessentagsp
Für Nina Becker und Florian Köhler dreht sich im Moment alles um Wetzlar und den Hessentag. Selbst wenn das Hessentagspaar mal ohne Kostüm unterwegs ist, sind die beiden immer noch als Botschafter für ihre Stadt unterwegs - mit Hessentagslogo auf dem Hemd, dem Wetzlar-Schriftzug auf der Bluse oder den Hessentagspüppchen im Gepäck. (Foto: Abbe)
Auch der Kirmeszug in Wetzlar im August 2011 gehörte zu den Terminen, die das Hessentagspaar  absolvierte. (Foto: Archiv
Auch der Kirmeszug in Wetzlar im August 2011 gehörte zu den Terminen, die das Hessentagspaar absolvierte. (Foto: Archiv)
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Und das ist wichtig. Auch da sind sie sich einig. "Denn es werden jetzt immer mehr Termine", sagt Florian. Seit mehr als einem Jahr sind die beiden schon für den Wetzlarer Hessentag im Einsatz, besuchen hier eine Partnerstadt, dort den Ball der Wirtschaft, die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk (THW) beim Aufbau der Pontonbrücke.

Noch konzentrieren sich die Termine auf das Wochenende. Aber ohne verständnisvolle Chefs und Kollegen - der Informatikkaufmann Florian hat die bei Bosch Thermotechnik, die Sekretärin Nina beim Lahn-Dill-Kreis - würde es nicht funktionieren. Denn hin und wieder müssen die beiden eben auch unter der Woche zu Terminen. Während des Hessentags selbst geht dann ohne Urlaub gar nichts mehr.

Als stressig empfindet Nina das alles nicht: "Ich genieße das." Außerdem haben die beiden von ihren Vorgängern - dem Oberurseler Hessentagspaar - gelernt: Geschlafen wird nach dem Hessentag. "Das leben wir im Moment", sagt Nina. Und überhaupt: Meistens seien es "tolle Events", die in ihrem Terminkalender stehen. Sie hätten so viele Menschen getroffen und neue Einblicke gewonnen. Auf der Fregatte "Hessen" in Wilhelmshaven zum Beispiel hat Nina gefallen wie "die Jungs Spalier standen und wir vom Kapitän empfangen wurden". "Was Besonderes" war auch der parlamentarische Sommerabend in Wiesbaden, erzählt Florian. "Da haben wir Leute getroffen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt: Da stand plötzlich der ehemalige Ministerpräsident Koch neben mir."

Auf der Fregatte "Hessen" stehen die Jungs Spalier und der Kapitän empfängt das Paar

In solchen Situationen zahlt sich die Knigge-Schulung aus, die das Hessentagspaar absolviert hat. Wie verhält man sich bei offiziellen Terminen, wie spricht man Leute an? "In der Realität ist das alles gar nicht so schwierig", sagt Florian. Da zeige sich schnell, dass auch Minister nur Menschen sind.

Klar gibt es auch Termine, die nicht so viel Spaß machen. Doch Florian und Nina sind Botschafter für Wetzlar und den Hessentag - also Diplomaten. Und als solche wollen sie nicht verraten, auf welche Veranstaltungen sie lieber verzichtet hätten. "Das ist sowieso die Ausnahme", sagt Florian. "Fast immer werden wir so herzlich aufgenommen, dass es auch Spaß macht." Außerdem sei es ja ihre Aufgabe, den Menschen ein gutes Gefühl zu geben und für den Hessentag zu werben - auch, wenn es ihnen selbst nicht so gut geht.

Florian hat das erst kürzlich erlebt. Bei der Typisierungsaktion im Verlagshaus dieser Zeitung hat auch das Hessentagspaar mitgemacht - mit Angst vor der Nadel, wie beide zugeben. Bei der Blutabnahme ist Florian dann - nun ja - ein bisschen blass geworden. Dass er eine halbe Stunde später beim Neubürgerempfang der Stadt Wetzlar auftrat, war dennoch selbstverständlich. In solchen Situationen ist es "der gnadenlos größte Vorteil, dass wir zu zweit sind, dass man sich gegenseitig hat", sagt Nina.

Brauchen werden sich die beiden auch, wenn sie demnächst vor dem Landtag in Wiesbaden sprechen sollen. Geübte Redner sind sie inzwischen zwar. Aber der Landtag - das ist doch eine andere Nummer. Da werden sich die beiden viel Zeit nehmen, um ihre Rede - die sie wie immer selbst schreiben - vorzubereiten.

Immerhin: Eine Sorge haben sie beim Landtagstermin nicht: Die Frage "Was ziehen wir nur an?" stellt sich seit Monaten nicht. "Mit dem Kostüm sind wir immer richtig angezogen", sagt Nina lachend. Nur anfangs hätten sie sich in den historischen Gewändern, die der Mode der Zeit des Reichskammergerichts im 18. Jahrhundert in Wetzlar nachempfunden sind, verkleidet gefühlt.

Reißverschluss in der Hose? Fehlanzeige. "Da gibt es nur so Klappen."

"Drei bis vier Termine habe ich gebraucht, bis es normal war", sagt Nina. Auch Florian sagt: "Das Kostüm ist schon ein Blickfang." Und ungewöhnlich zu tragen ist es auch. Ein Reißverschluss in der Hose des Herrn? Fehlanzeige. "Da gibt es nur so Klappen ...", erzählt Florian schmunzelnd. Er hat sich aber daran gewöhnt.

Nur bei Terminen, bei denen die beiden gern mit anpacken würden, sei das Kostüm hinderlich. Beim Aufbau der Pontonbrücke durch das THW zum Beispiel. Selbst mithelfen? Im Kostüm war das ausgeschlossen. Dennoch: Was irgendwie geht, machen die beiden mit. Etwa den Ausflug mit zwei Fünfjährigen in eine Hüpfburg. Falls bei solchen Aktionen doch mal ein Knopf abreißt, hilft eine Schneiderin. Zum Hessentag selbst gibt es zur Sicherheit noch ein Ersatzkostüm. Man weiß ja nie, was in den zehn Tagen so alles passiert. Nina und Florian jedenfalls sind gespannt.


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