Hilfe für zerstrittene Erben

ImmobilieN Gibt es keine Einigung, ist eine Teilungsversteigerung ratsam

Bei der Teilungsversteigerung wird die Immobilie zwangsversteigert. Etwas Unteilbares, nämlich das Haus, wird in etwas Teilbares umgesetzt, nämlich in Geld. Damit können die Erben den Erlös unter sich aufteilen. „Jeder Miterbe kann beantragen, dass die Immobilie versteigert wird“, erläutert Rechtsanwalt Anton Steiner. Andere Mitglieder haben keine rechtlichen Möglichkeiten, das zu verhindern.

Eine Versteigerung birgt ein hohes Risiko, dass eine Immobilie weit unter ihrem Wert verkauft wird

Anlaufstelle für den Antrag ist das Versteigerungsgericht. Dieses wird zunächst einen Sachverständigen damit beauftragen, ein Gutachten zu erstellen und den Versteigerungswert festzusetzen.

Das kostet allerdings Geld. Neben Gerichtskosten muss auch der Sachverständiger bezahlt werden. Generell gilt: „Je wertvoller die Immobilie ist, desto höher sind die Kosten“, erläutert Jan Bittler, Rechtsanwalt aus Heidelberg. Ist der Antragsteller ohne Vermögen, kann er unter bestimmten Voraussetzungen Prozesskostenhilfe beantragen.

„Die Zeit, in der der Antrag bei Gericht anhängig ist, können die Angehörigen einer Erbengemeinschaft dazu nutzen, eventuell doch noch zu einer Einigung zu kommen“, sagt Eberhard Rott, Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht.

Der Vorteil: „Der Antrag kann jederzeit zurückgenommen werden“, sagt Rott. Bleibt die Erbengemeinschaft weiter zerstritten, setzt das Gericht einen Termin fest, nachdem der Beschluss auf Teilungsversteigerung publik wurde.

Eines der größten Risiken bei der Versteigerung: Die Immobilie geht weit unter ihrem Wert weg. Um das zu verhindern, sollten Erben mitbieten, rät Rott. (red)


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