"Hippy" besteht zehn Jahre

BILDUNG Förderprogramm verbessert Chancen von Migranten-Kindern

Im Rahmen des Spieleparcours gilt es bei Sema Arslan Früchte zu "erschmecken". (Foto: Pöllmitz)

Es hat das Ziel der frühen Förderung von vier- bis sechsjährigen Kindern. Als im evangelischen Gemeindehaus in Hermannstein die Diplome der diesjährigen Schulabgänger vergeben wurden, was entsprechend gefeiert wurde, verwies Projektkoordinatorin Stefanie Hellmer-Schäfer auf stolze 239 Familien, die das Projekt innerhalb von zehn Jahren durchlaufen haben.

Im aktuellen Kurs waren fünfzehn Familien aus Wetzlar und vierzehn aus Aßlar vertreten. Dreizehn davon haben das erste Jahr absolviert - sechzehn wurden in die Schule verabschiedet. Ein neuer Kurs startet nach den Herbstferien am 23. Oktober.

Erst die Ziegelei, dann ganz Aßlar, schließlich Hermannstein: "Hippy" ist ein großer Erfolg mit 239 Familien

"Unser Angebot, das wir zunächst nur innerhalb der Ziegelei in Aßlar gemacht haben, dann auf ganz Aßlar ausweiteten und seit 2013 auch auf Hermannstein, hat sich bestens etabliert", freute sich Hellmer-Schäfer. Die Sozialwissenschaftlerin bereitet mit Programm die Kinder mit ihren Eltern auf die Schule vor.

Im Wesentlichen findet die Arbeit zu Hause statt: In regelmäßigen Abständen werden die Familien von Hausbesucherinnen, die aus der Zielgruppe der Mütter kommen, angeleitet. Im Rollenspiel wird Lernmaterial bearbeitet und alle 14 Tage finden Gruppentreffen statt. Ein Elternteil muss bereit sein, fünf Tage die Woche etwa fünfzehn Minuten täglich mit dem Kind zu spielen und zu lernen. So werden optimale Entwicklungschancen aufgebaut, Freude am Lernen erfahren, Sprachkompetenzen erweitert und neugierig auf die Schule gemacht. Die Eltern profitieren, weil sie Kompetenzen für Erziehungs- und Bildungsaufgaben entwickeln. Im Kurzen fasst dies der Name des Programms zusammen: "Hippy" steht für "Home Interaction for Parents and Preschool Youngsters" (Bildung zu Hause für Eltern und Vorschulkinder).

Das Programm eignet sich für Familien mit Vorschulkindern, insbesondere Migranten. Von den bisher betreuten "Hippy"-Familien kamen 53,1 Prozent aus der Türkei, 33 Prozent aus Russland, die Deutschen sind mit 4,6 Prozent vertreten, Sri Lanka mit 3,8 Prozent, Pakistan 2,1 Prozent und Polen mit 1,3 Prozent.

Hellmer-Schäfer dankte allen Unterstützern und Förderern des Programms und lud für August zum Umtrunk ein, um das "kleine Jubiläum" zu feiern.

Die Anerkennung des Programms als große Hilfe, den Stolz auf das gemeinsam Erarbeitete und vor allem das familiäre Miteinander spürte man am Dienstag sofort. Bei der Übergabe der Diplome gab es viel Applaus und Lob und beim anschließenden gemeinsamen Essen und Spielen viel zu erzählen und fröhliches Lachen.


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