Historisches und Kulinarisches

Fest Hugenotten- und Waldensermarkt lockt Tausende Besucher nach Todenhausen

Nach einem kurzen Regenschauer füllte sich der Kirchweg mit seinen 40 Marktständen schnell wieder. (Foto: Schubert)

Unter dem Motto „Colonie Todenhausen ­entdecken und genießen“ gab es an etwa 40 Ständen allerlei Handgemachtes und Regionales. Aber entsprechend der Herkunft der Hugenotten- und Waldenser gab es auch französische Spezialitäten für die etwa 2000 bis 3000 Besucher zu entdecken.

Französische Glaubensflüchtlinge haben unter anderem die Esskultur in Hessen bereichert

Beispielsweise Quiche Lorraine und Grüne Soße. Die stamme tatsächlich aus Frankreich und nicht aus Frankfurt, erläuterte Ortsvorsteher Ralf Funk. Und so haben die damaligen französischen Glaubensflüchtlinge, die sich unter anderem 1720 in Todenhausen, ansiedelten, die hessische Esskultur und anderes mehr bereichert. Nach dem Gottesdienst und der Markteröffnung durch Ortsvorsteher Funk mit einer kurzen Vorstellung der Trachten der Waldenser und Hugenotten, die von etlichen Dorfbewohnern präsentiert wurden, zeigte die Trachtengruppe Wollmar einige traditionelle Tänze, ebenso später die Burgwaldskälwer aus Oberrosphe.

Traditionelles Handwerk führte die Webgruppe des Heimatvereins Laisa an einem Webstuhl von 1885 vor, Manfred Schuhhardt aus Willingshausen-Merzhausen flocht Weidenkörbe nach Art der Schwälmer Korbmacherei.

Hans-Werner Müller führte zahlreiche Gruppen interessierter Besucher durch das Hugenotten- und Waldenserarchiv, das in der alten Schule neben dem Bürgerhaus untergebracht ist, und erläuterte ihnen die Geschichte der Kolonie. Auf der Aktionsbühne unterhielten die Grenzgangmusikanten Goßfelden die Besucher musikalisch. Ein anderes Konzert gaben Klaus-Jürgen Höfer an der Orgel, Sopranistin Marlene Höferhüsch und Kira Nassauer an der Querflöte in der Kirche. Sie spielten Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und dem verstorbenen früheren Dekan Karl-Ludwig Voss.

Und ein lang gehegter Traum der Todenhäuser von einer festen Bedarfshaltestelle der Eisenbahn ging in Erfüllung, wenn auch nur für einen Tag. Etwa 250 Gäste nutzten das Angebot der Kurhessenbahn und stiegen an der Sonderhaltestelle am Bachweg ein und aus.

Live-Musik – hier die Grenzgangmusikanten Goßfelden – altes Handwerk und tolle Trachten – für die Besucher gab es einiges zu sehen. Rechtes Bild: Wie bei den beiden ersten Hugenottenmärkten gab es wieder eine Sonderhaltestelle der Kurhessenbahn in Todenhausen.


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