Hohe Steuer senkt hohe Gewinne

Jan Schalauske.

(Foto: dpa)

„Erhöhung der Gewerbesteuer schmälert hohe Gewinne“ überschreibt die Linke eine Pressemitteilung zu der Umfrage in Marburg (siehe nebenstehenden Artikel).

„Glaubt man den Aussagen von Marburger Unternehmern und ihren Interessensvertretern, würde bei einer Erhöhung der Gewerbesteuer auf 430 Punkte die Marburger Wirtschaft schwer geschädigt“, heißt es dort weiter. „Offensichtlich wird hier einer Koalition von SPD und CDU das Wort geredet“, kommentierte der Fraktionsvorsitzende der Marburger Linken, Jan Schalauske, die Stellungnahmen. Beide Parteien würden schließlich eine Erhöhung der Gewerbesteuer vehement ablehnen.

Die Linke hält dagegen, dass mit der von ihr geforderten Anhebung des Satzes auf 430 Punkte Marburg lediglich das Durchschnittsniveau vergleichbarer Städte erreichen würde. Lediglich in 24 von 107 Städten sei er niedriger als in Marburg.

Schalauske: Die meisten zahlen nichts

Außerdem sprächen die Unternehmen und der IHK-Vertreter in der Umfrage nicht für die Mehrheit der Marburger Unternehmen. Denn: Von 5211 Gewerbetreibenden hätten 4091 im Jahr 2014 überhaupt keine Gewerbesteuer gezahlt, so Schalauske. Der Grund: Sie machen zu wenig Gewinn.

Von den 1120 Gewerbesteuerzahlern hätten außerdem die meisten fast die gesamte Gewerbesteuer mit der Einkommensteuer verrechnen können. „Daran wird sich auch durch eine Erhöhung des Hebesatzes nicht viel ändern“, so der Linke.

Tatsächlich verringere eine höhe Gewerbesteuer nicht die Mittel für Löhne und Investitionen, sondern nur den Firmengewinn. „Nicht Arbeitsplätze wären gefährdet, sondern ein kleiner Teil der Gewinnausschüttungen an Aktionäre und Gesellschafter“, teilt die Linke mit. (bih)


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