Hormone helfen in Wechseljahren

TELEFONAKTION Dr. Axel Valet beantwortet Fragen am "Direkten Draht zum Mediziner"

Vor allem das Thema "Wechseljahre" beschäftigte die Anruferinnen. Eine 65-Jährige aus Haiger leidet seit vielen Jahren unter den für das Klimakterium typischen Hitzewallungen. Diese hätte sie mit einem Medikament gut im Griff gehabt, bis dieses vom Markt genommen worden sei. Nun klagte die Frau, dass alle in der Folge genommenen Präparate kaum bis gar keine Wirkung gezeigt hätten. Auch mit pflanzlichen Heilmitteln hätte sie es schon versucht - ohne Erfolg.

Valet sagte, dass gerade homöopathische Mittel eher bei leichten Beschwerden eingesetzt würden. Der Anruferin aus Haiger riet er, sie solle ein natürliches Gelbkörperhormonpräparat in Kombination mit einem Östrogen versuchen. Letzteres solle am besten als Gel eingerieben werden. Das sei schonender für die Leber, und auch das Thromboserisiko sinke.

Auf ein erhöhtes Krebsrisikos durch die Hormongabe angesprochen konnte der Mediziner die 65-Jährige beruhigen: "Das ist bei den natürlichen Präparaten im Gegensatz zu dem synthetisch hergestellten Progesteron heute nicht mehr relevant." Das Gelbkörperhormon sollte am besten abends genommen werden, da es sich schlaffördernd auswirke.

Der Arzt, der eine Praxis im Herborner Ärztehaus hat, sagte zudem, dass die Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Konzentrationsstörungen, Verlust der Libido, Unleidlichkeit oft auch mit depressiven Verstimmungen einhergehen würden. Deshalb sei nicht selten auch die Gabe eines leichten Psychopharmakons hilfreich, um die Beschwerden zu lindern, wenn Hormone nicht eingenommen werden dürften, etwa nach Thrombose oder Brustkrebserkrankungen.

Ein meistens im Alter auftretendes Phänomen, das vielen Frauen noch größere Probleme bereite, sei das "Harntröpfeln". Die Ursachen hierfür seinen entweder eine Schwäche des Beckenbodens oder eine rein funktionelle Störung, bei der sich der Blasenmuskel spontan zusammenziehe.

Beide Faktoren könnten zusammen auftreten. Wenn es sich um eine Beckenbodenschwäche handle, müsse zunächst der Beckenboden durch gymnastische Übungen gestärkt werden; außerdem müssten Östrogenzäpfchen verabreicht werden. Reichten diese nicht aus, könne eine Schlingen-OP, bei der ein Band um die Blase gelegt werde, Abhilfe schaffen.

Handle es sich um eine funktionelle Störung (Dranginkontinenz), sei eine Operation hingegen eher kontraproduktiv, denn das Problem verschlimmere sich oft noch. Hier müsse rein medikamentös behandelt werden. Bei Mischformen sollten eine medikamentöse Behandlung und Beckenbodengymnastik einer OP vorausgehen.

Schwangere sollten sich die in Frage kommenden Geburtskliniken in Ruhe anschauen

Eine 60 Jahre alte Anruferin aus Haiger war vor vielen Jahren an Brustkrebs erkrankt und hatte eine Frage zu dieser Behandlung, Nachdem sie über einen langen Zeitraum ein bestimmtes Medikament zur Therapie genommen hatte, wurde sie nach fünf Jahren auf ein anderes Präparat umgestellt. Durch das neue Medikament habe sich nun die Gebärmutterschleimhaut stark aufgebaut. Valet riet ihr, das aktuelle Medikament weiter zu nehmen. Das Risiko, dass sich ein Gebärmutterkrebs entwickle, sei sehr gering.

Zum Thema "Geburtsvorbereitung" riet der Mediziner Frauen, sich die Geburtskliniken vorher in Ruhe anzuschauen. "Fühlen Sie sich dort wohl, liegt die Klinik in der Nähe zum Wohnort?", seien wichtige Überlegungen. Kleine Kliniken seien zudem persönlicher und böten Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Behandlung.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet