Im Supermarkt gibt’s keine Medikamente

VORTRAG Mediziner spricht vor Landsenioren

Christian Becker referierte vor den Landsenioren. (Foto: Wißner)

70 Senioren konnte die Präsidentin der Hessischen Landseniorenvereinigung, Gertrud Köhler (Langsdorf), begrüßen. Zum Beipackzettel versicherte der Mediziner, dass dieser wichtig sei, "weil man auch Medikamente kaufen kann, über die gar keiner berät".

Auf die Frage nach der Beeinflussung von Medikamentenwirkung nannte der Referent neben dem Zeitpunkt der Einnahme die Konkurrenz mit Nahrungsmitteln, den Zustand des Magen-Darm-Traktes, die Möglichkeiten des Abbaus und Ausscheidung sowie die Konkurrenz mit anderer Medikamentenwirkung und die Einnahmedisziplin. Dabei warnte Becker vor der Grapefruit, weil dieses Obst selektiv im Abbau seiner Inhaltsstoffe ist.

"Aber auch Klosterfrau Melissengeist steht nicht bei den Alkoholika, doch es ist ein Schnaps", mahnte der Mediziner zu diesem altbeliebten Hausmittel.

"Aber Medikamente ohne Nebenwirkung haben auch keine Hauptwirkung", betonte Becker und versicherte, dass frei verkäufliche Medikamente unbedenklich seien. "Präparate aus der Apotheke sind Medikamente. Präparate aus Supermarkt oder Drogerie sind Nahrungsmittel", machte der Mediziner klar und erläuterte die Wirksamkeit von Generika, die wirkungsgleich zum Original und wesentlich günstiger im Preis seien. Dies habe mit dem geltenden Patentschutz zu tun.

"Hüten Sie sich vor Bestellungen im Internet, was keine Apotheke ist", lautete sein Warnhinweis, bevor er auf die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen zu sprechen kam. Gerade mal zwölf Prozent der Männer nähmen solche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

Bedenklich sei die Tatsache, dass der Impfschutz der Gesamtbevölkerung sinke.

"Es ändert sich für Sie nichts", teilte Becker zum Ärztlichen Notdienst mit. "Was sich ändert, ist die Telefonnummer. Ab dem 1. Januar wählen Sie die 116117". Becker machte klar, dass der Ärztliche Bereitschaftsdienst kein Notarzt ist.


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