Im hohen Alter selbst entscheiden

Demente Menschen werden vergesslich und können nicht mehr allein entscheiden. (Foto: colourbox)

Die Demenz hat enorme Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen. Die Realität verschwimmt. Mal ist das Gedächtnis wach und klar, mal verwirrt. Betrüger, die sich mit netten Worten das Erbe erschleichen wollen, haben dann mitunter ein leichtes Spiel.

Doch wie kann man Vorsorge treffen? Eine Demenzerkrankung ist gerade im Anfangsstadium nur schwer für den beurkundenden Notar zu erkennen. Hätte dieser Zweifel, würde er sofort die Beurkundung abbrechen.

Abhilfe kann eine Vorsorgevollmacht schaffen, in der der Betroffene eine Person seines Vertrauens ermächtigt, für ihn in vermögensrechtlichen Fragen Entscheidungen zu treffen.

Neben der Vertretung gegenüber Gerichten und Behörden betrifft dies vor allem die Verfügung über Bankkonten und Schließfächer, die Begründung und Beendigung von Verträgen (zum Beispiel Kündigung des Mietvertrages) oder die Vertretung in Nachlassangelegenheiten.

Neben der Vorsorgevollmacht sollten Betroffene eine Betreuungsverfügung aufsetzen. Mit der Errichtung von Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung kann die bevollmächtigte Vertrauensperson den Betroffenen umfassend rechtlich vertreten.

Bei einer Betreuungsverfügung kann der Betroffene selbst festlegen, ob die Vertretungsmacht umfassend oder auf bestimmte Bereiche beschränkt sein soll. Anders als beispielsweise eine gerichtlich angeordnete Betreuung gewährleistet die Betreuungsverfügung eine speziell auf den Einzelnen zugeschnittene Notfallvorsorge.

(Diese Kolumne entsteht in Zusammenarbeit mit der Notarkammer Frankfurt.)


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