In Amönau tanzen die Geister

MUSICAL "Mad Night" wird von Premieren-Gästen stürmisch gefeiert
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Mascha Koller als Eleonore von Greifenklau und Timo Mankel als Schneider überzeugen. (Foto: A. Schmidt/nh)

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Es war ein Sommerabend, wie man ihn sich nur wünschen konnte: wolkenloser Himmel, laue Luft, Grillengezirpe, Vogelgezwitscher. Schon lange vor Beginn des Musicals saßen die Menschen erwartungsvoll auf ihren Plätzen. Gemurmel, Gelächter, entspannte Stimmung. Dann konnte es endlich losgehen. Und die Erwartungen der Zuschauer wurden nicht enttäuscht: Die Turmwerkstatt hat wieder ein tolles Stück auf die Bühne gebracht. "Mad Night" ist ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus, ein großer Spaß.

n Fast das ganze Dorf arbeitet mit, vier Vorstellungen gibt es diese Woche noch

Da stimmt einfach alles: Engagierte Schauspieler aller Altersklassen, gute Sänger und Tänzer, eine kurzweilige Geschichte sowie prächtige und fantasievolle Kostüme. Hinzu kommen erstmals eine Live-Band sowie Gesangssolisten, eine Flötistin und eine Bratschistin.

Unter der Regie von Brunhilde Heß ist eine aufwändige Inszenierung entstanden, die bis ins kleinste Detail durchdacht und mit vielen schönen Effekten ausgestattet wurde. Da gab es viel Licht und geheimnisvollen Nebel, komische Uhus, eine alte Turmuhr und eine gruselige Tanztruppe, die kopflos im Schwarzlicht tanzte. Und vor allem wurde eine unterhaltsame Story erzählt, bei der auch der Humor nicht zu kurz kam.

Es ging um die Geschichte von Oskar, der nicht gerade ein cooler Typ ist, denn er betreibt Ahnenforschung und steckt seine Nase immer nur in alte Bücher. Um der Angebeteten Lara zu imponieren, versucht er mithilfe eines alten Zauberspruchs, die Toten zum Leben zu erwecken. Und siehe da: Das Tor zur Vergangenheit öffnet sich, und heraus treten allerlei seltsame Geister und Gespenster. Ein ganzer Hofstaat steigt aus der Gruft empor, lauter modrige Gestalten in Barockklamotten, die über die Bühne schlurfen und mit den Knochen klappern. Da taucht die Gräfin von Greifenklau auf, zusammen mit ihrem Ehemann und ihren Liebhabern, dazu die Zofen, der Leibarzt, der Narr, die Kräuterfrau und die ganze bucklige Verwandtschaft. Alle haben eine Geschichte zu erzählen, mal lustig, mal traurig, mal skurril. Es geht um Liebe, Eifersucht, Betrug, um Mord und Totschlag. Aber statt die Chance zu nutzen und die Nacht in der Welt der Lebendigen zu genießen, rühren die Gespenster nur in alten Geschichten herum, sie zanken sich, mäkeln und meckern. Und schwupps ist die Chance vertan, die verrückte Nacht ist vorbei und alle müssen zurück in ihr kaltes Grab.

Fast ganz Amönau hat an dem Musical mitgearbeitet Konnte nun der junge Oskar mit dieser sehr speziellen Vorführung die Gunst der schönen Lara gewinnen? Das soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Das Premieren-Publikum war jedenfalls restlos begeistert und feierte das Ensemble mit minutenlangem Beifall. Während des Schlussapplauses wurden alle Beteiligten auf die Bühne gebeten, von der Regisseurin über die Choreografin bis hin zu den Schneiderinnen der Kostüme. Die Bühne war schließlich übervoll.

n Weitere Aufführungen von "Mad Night" gibt es am 1., 2., 3. und 4. August, jeweils ab 21 Uhr am Rapunzelturm in Amönau.


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