"Irgendwie kriegen wir das hin"

STARTSCHUSS Innensanierung des Universitätsmuseums soll 3,5 Millionen Euro kosten

Zahlreiche Spender, Unterstützer und Freunde des Unimuseums feierten den symbolischen Startschuss für die Innensanierung des Gebäudes. Unipräsidentin Professorin Katharina Krause (vorne, Mitte) freute sich mit Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (3. von rechts) und Marburgs OB Egon Vaupel (2. v. r.). (Foto: Richter)

Strahlende Gesichter im leer geräumten Kunstmuseum im Ernst-von-Hülsen-Haus: Am Montag gab die Präsi­dentin der Philipps-Universität, Professorin Katharina Krause, den Startschuss für die langersehnte Innensanierung. Und es sah auch schon ein wenig nach Baustelle aus - von zwei Wänden im Foyer war der Putz abgeschlagen.

Seit vier Jahren ist das Museum - abgesehen von einigen Sonderveranstaltungen - für den Publikumsverkehr geschlossen. Noch ist es ein langer und finanziell schwieriger Weg bis zur geplanten Wiedereröffnung im Wintersemester 2017/18.

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Rund 3,5 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Vorgesehen ist die barrierefreie Erschließung mit einem Aufzug, die die Stadt Marburg großzügig unterstützt. Zudem sollen die alten Rundgänge in dem bedeutendsten Museum Mittelhessens neu erschlossen werden.

1,25 Millionen Spenden sollen fließen

Professorin Krause weiß um die komplizierten Planungen, die Umzüge etwa von Foto Marburg oder von den Archäologen vorsieht, die sich das Haus mit dem Museum und anderen Uni-Instituten teilen. Hinzu kommen finanzielle Risiken: Geschätzte 3,5 Millionen Euro soll die Sanierung kosten, die das 1927 eröffnete Haus technisch auf den Stand des 21. Jahrhunderts bringen soll. 1,25 Millionen Euro davon sind als Spenden eingeplant. Bislang sind rund 500 000 Euro eingegangen. 750 000 Euro muss und will das Team um Iris Rubinich, die Leiterin des Uni-Fundraising, noch einsammeln.

Trotz der vielen Unwägbar­keiten strahlten alle Redner große Zuversicht aus. Katharina Krause betonte: "Der heutige Tag ist für uns so etwas wie der erste Spatenstich. Er ist auch die Chance, Dank zu sagen an die vielen Spender, Unterstützer und ehrenamtlichen Helfer." Die Uni gehe das Projekt an wie im 13. Jahrhundert die Erbauer der Elisabethkirche. Die hätten während des Baus weiter gesammelt.

Auch Hessens Finanzminister Thomas Schäfer gab sich optimistisch: "Irgendwie kriegen wir das hin." Er verwies auf die Absprache mit der Philipps-Universität: Das Land übernahm die Sanierung der Außenhülle, die Uni sei für die Innensanierung zuständig. Schäfer würdigte die "hohe Spendenbereitschaft" und appellierte an weitere Spender.

Universität hofft auf weitere Spenden

Das "bürgerschaftliche En­gage­ment" hob auch der ehemalige Kanzler der Philipps-Universität, Bernd Höhmann, in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Freunde des Universitätsmuseums hervor. 75 000 Euro hat der Verein inzwischen an Spenden gesammelt, weiter 25 000 Euro sollen folgen. Dafür gibt es die Patenschaft für das Foyer des Museums. Für ihn und seine Vereinsfreunde ist der Startschuss der Innensanierung "ein Glücksfall für die Zukunft des Museums".

Die Zukunft des Museums stellte Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck in kurzen Zügen vor: zwei alte Rundgänge werden für die Sammlung wieder geöffnet, neue Räume erschlossen und hochwertig saniert. Das Museum soll sich mehr nach außen öffnen, die Museumspädagogik einen ganz anderen Stellenwert erhalten. Und die Sammlung der 2010 verstorbenen Marburger Unternehmerin Hilde Eitel mit Werken europäischer Avantgarde-Künstler aus der Zeit nach 1945 kann dann angemessen präsentiert werden.

Letztlich hoffen alle auf eine ähnliche Spendenbereitschaft wie Mitte der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als Marburger Bürger und Unternehmer die Mittel für den Bau des Ernst-von-Hülsen-Hauses als Geschenk an ihre Universität zusammentrugen.


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