Ist das Tretbecken überflüssig?

POLITIK Ortsbeirat Bad Endbach fühlt sich bei wichtigen Entscheidungen übergangen

Karl-Heinz Seitz.

(Foto: Archiv)

Das Tretbecken im Bad Endbacher Bornweg ist in keinem sehr guten Zustand. Der Ortsbeirat fordert eine Sanierung und eine baldige Entscheidung zur Zukunft der Anlage. (Foto: Piplies)

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Beim Bau und der Erweiterung des Flow-Trails für Mountainbikefahrer oder auch bei der Ausweisung beziehungsweise Änderung von Bebauungsplänen sei der Ortsbeirat schlichtweg übergangen worden, sagte Ortsvorsteher Karl-Heinz Seitz in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Bad Endbach.

Für die Verteilung der Ehrenamtspauschale oder die Aufstellung einer Liste mit Wahlhelfern für Bundestags- und Landtagswahlen hingegen sei das Gremium "gut genug" - obwohl der Ortsvorsteher und seine vier Kollegen im Ortsbeirat dafür gar nicht zuständig seien.

Kritisch äußerte sich der Ortsbeirat zur Verwaltung. Die sei noch nicht einmal in der Lage, die Einhaltung der Friedhofssatzung durchzusetzen. Als Beispiel nannte Seitz hier das Ablegen von Grabbeigaben auf Rasengräbern, die dann vom Bauhof nicht mehr problemlos gemäht werden können. Über das Grillen auf Kinderspielplätzen werde ebenfalls großzügig hinweg gesehen, so ein weiterer Vorwurf.

Als weiteres negatives Beispiel führte Seitz das Kneipp-Tretbecken im Bornweg an. Die Entscheidung, ob und wie die Anlage saniert werden soll, ziehe sich seit nunmehr sieben Jahren hin. Seit einem Jahr befasst sich auch der aktuelle Bad Endbacher Ortsbeirat mit dem Thema.

Nach einer Anfrage vom 17. Juni 2016 an Albert Döbele, dem Leiter der Tourist-Information, hatte es ein Gespräch mit ihm, Marianne Atzinger vom Kneipp-Verein und dem Ortsvorsteher gegeben. Die drei seien sich einig gewesen, dass Bad Endbach als Kneipp-Heilbad das Tretbecken im Bornweg (gegenüber vom Parkplatz des Kur- und Bürgerhauses) auf jeden Fall behalten sollte und daher eine Sanierung zu befürworten sei.

Aufruf zur Mitwirkung verpufft - Bürger bringen keine Ideen für ein neues Friedhofskonzept ein

Später habe Döbele eine Aufstellung mit sämtlichen Kuranlagen in der Gemeinde vorgenommen. In einer Stellungnahme dazu heiße es nun, dass das Tretbecken im Bornweg "überflüssig" sei, berichtete Seitz. Denn die Tretbecken in Günterod und Hartenrod wären von den Kurbetrieben besser zu erreichen und lägen direkt an Wanderwegen, zitierte der Ortsvorsteher.

Eigentlich aber seien in den zurückliegenden Haushaltsplänen der Gemeinde Bad Endbach jeweils Mittel für die Sanierung des Tretbeckens im Bornweg eingestellt gewesen. Abgerufen wurde das Geld aber nie.

Seitz vermutet daher, dass sich die Verantwortlichen - sowohl in der Verwaltung als auch im Gemeindevorstand und im Parlament - nur um eine endgültige Entscheidung drücken wollen, so die Kritik von Seitz. Er selbst gehört als Vorsitzender ebenfalls der Gemeindevertretung an.

Auf seine Mitbürger in Bad Endbach ist der Ortsvorsteher ebenfalls nicht gut zu sprechen. Zum Thema "Umgestaltung des Friedhofs - neues Friedhofskonzept" habe es zahlreiche öffentliche Sitzungen des Ortsbeirates gegeben. Zudem hatte Seitz einen Aufruf zur Ideengebung und Mitarbeit im Amtsblatt der Gemeinde gestartet. Das Ergebnis sei eindeutig aber erschreckend: Kein einziger Bürger habe seine Mitarbeit zu einem neuen Friedhofskonzept angeboten oder auch nur eine einzige Idee eingebracht, erklärte Seitz.


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