Jedes Ding erzählt eine Geschichte

MUSEUM Heimatfreunde planen

Mit 20 000 Mark hätte Monika Krieger in den 20-ern ein Stück Seife kaufen können. (Foto: Schindler)

Als 2012 die Wohnung in der Volkshalle frei wurde, sahen die Vereinsmitglieder dies als geeigneten Platz für das Museum an. Die Gemeinde Villmar kommt für die Anbringung von Fluchttreppen auf, um den Innenausbau müssen sich die Vereinsmitglieder kümmern.

Für Krieger ist es wichtig, dass in dem Museum nicht nur Objekte gezeigt werden, sondern auch die Geschichten dazu erzählt werden: "Das interessante sind nicht die Dinge an sich, sondern die Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Deshalb kommen die Leute zu uns."

Volker Bayer, zweiter Vorsitzender, erinnert sich an ein Kind, dass ihm stolz erzählte, wie reich seine Oma war. "Das Kind hatte einen eine Million Markschein aus der Zeit der Inflation gefunden", erklärt Bayer und fragte sich, wie man einem Kind Inflation erklären könnte. Der Hobby-Historiker fand eine Seife aus der gleichen Zeit, die mit einem Preisschild von 20 000 Mark versehen war.

In dem neuen Museum soll die Geschichte Weyers chronologisch dargestellt werden. Die Ausstellung soll im Treppenaufgang und Flur beginnen. Bergbau, insbesondere Silber- und Bleiabbau sind Themen im ersten Ausstellungsraum. Raum zwei beschäftigt sich mit dem 19. Jahrhunderts. "Das ist im Wesentlichen das, was wir in der jetzigen Heimatstube haben", sagt Bayer. Raum drei bietet Platz für Wechselausstellungen. Ein Erzählcafé soll im vierten Raum entstehen. "Damit wollen wir den Austausch der Leute bei einer Tasse Kaffee fördern."

Eine Art fünften Raum bildet die Umgebung in Weyer. Dazu gehört der Lehrpfad der Natur- und Heimatfreunde im Wald und die ehemalige Waldschule. "An dieser Stelle wollen wir einen Tisch und eine Schulbank errichten", sagt Bayer. Besonders am Herzen liegen den Heimatfreunden auch die römischen Münzen und Porzellanschalen, die bei Ausgrabungen 2010 in Weyer gefunden wurden. Bisher werden die Funde im Wiesbadener Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt, könnte dem Verein aber als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt werden.

Die Arbeiten im künftigen Heimatmuseum in Weyer gehen voran

Die Arbeiten schreiten voran. Die Heimatfreunde haben schon die Deckenverkleidung abgenommen.

Danach müssen Heizung und Elektronik überarbeitet werden. Neue Fenster sollen eingebaut und das Bad zurückgebaut werden. In eineinhalb bis zwei Jahren sollen die Räume so hergerichtet sein, dass Museumsvitrinen einziehen können. Aus Eigenkapital steht dem Verein ein Betrag von 10 000 Euro bereit. Zusätzlich wollen die Vereinsmitglieder um Spenden und Sponsoren werben. Unterstützt werden die Natur- und Heimatfreunde auch von einem Förderverein, den David Heitmeyer leitet.

Ab April öffnen die Vereinsmitglieder wieder die Heimatstube. Jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr steht das Museum Besuchern offen. Zusätzliche Termine können bei Monika Krieger unter 06483 7230 vereinbar werden.


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