Kampf gegen 
die Pfunde

Genuss Kochen in der Stadthalle

Ein Autogramm zum Schluss durfte für die vielen Besucher in der Stadthalle nicht fehlen. (Foto: Rühl)
WDR-Profikoch Helmut Gote (l.) und Sportprofessor Ingo Froböse zeigen bei ihrer Kochshow in der Wetzlarer Stadthalle mit viel Witz, wie gesundes Essen gelingen kann. (Foto: Rühl)
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Eingeladen hatte die Krankenkasse DAK-Gesundheit, deren Wetzlarer Geschäftsleiter Frank Böcher gleich zwei fernsehgewandte Experten auf der Bühne begrüßen konnte. Mit von der Partie waren Prof. Dr. Ingo Froböse als Leiter des „Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung“ der Deutschen Sporthochschule Köln sowie Helmut Gote, „Chefkoch“ des WDR.

Seit fünf Jahren sind die beiden im Auftrag der Krankenkasse deutschlandweit unterwegs. Ihre Mission: Menschen zu gesünderem Leben zu ermutigen. „Koch dich fit“ heißt das Programm. Passend dazu haben die beiden Autoren ein Buch geschrieben, das sie zum Schluss der Veranstaltung am Stand des Buchladens Alte Lahnbrücke signierten. Der Titel: „Ran an den Speck Die leckerste Diät der Welt“.

Gote räumte schmunzelnd ein, dass er lieber den Bauch einziehe, wenn er den Fitnessexperten sehe. Froböse entgegnete: „Oma hatte auch schon dicke Knochen – Das zählt nicht als Ausrede“.

Während Gote während des Abends vor allem am Herd zwei Gerichte zubereitete, hatte Froböse vor allem den erklärenden Teil. Klar, dass die Fernsehprofis ganz ohne Manuskript auf der Bühne agierten. Wie oft sie die Show schon vorgeführt haben, hätten sie nicht gezählt, so der Professor, der zwei Verhaltensweisen an die Zuschauer weitergab: „Mehr bewegen und bewusster essen“.

Dabei warnte er vor Fertiggerichten von McDonalds oder Pizza. Zwei bis drei Mal in der Woche sollten sich die Besucher Zeit dazu nehmen, selbst ein schmackhaftes Essen zuzubereiten. „Ich habe jetzt 20 Minuten gebraucht“, sagte Gote, „das müsste auch bei Ihnen möglich sein“.

Qualitätvoll essen und die Nährstoffe in ein aktives Leben investieren

Chinakohl, rote Zwiebeln, Linsen und Schafskäse schmeckte Gote mit feinem Öl ab, während Froböse ihn wegen zu viel eingesetztem Öl aufzog. Das zweite Gericht bestand aus proteinreichem Lamm, grünen Bohnen und Kartoffeln.

„Genuss ist kein Grund für ein schlechtes Gewissen“, lautete Gotes Credo, „im Gegenteil.“ Weniger, aber qualitätsvoll zu essen, und die Nährstoffe in ein aktives Leben zu investieren, müsste jedem Freude bereiten – spätestens auf der Waage.

Froböse untermauerte die vorgestellten Gerichte mit einem wissenschaftlichen Fundament. Dabei ging er mit den gängigen Diäten ins Gericht. Nicht einmal zwei Prozent der Diätversuche seien erfolgreich: „Die meisten Diäten funktionieren nur mit massivem Hungern. Das ist eine Falle.“ Das Gehirn des Menschen sei noch genauso programmiert, wie in der Steinzeit und wolle in Notzeiten, wie durch das Hungern bei Diäten, keine Kalorien abgeben.

Die beiden Akteure zeigten sich als eingespieltes Team und ernteten Lacher für ihren freundschaftlichen und scherzhaften Umgang miteinander.

„Maßvoll Leben und Essen ist Grundsatz des gesunden Lebensstils“, bilanzierte der Professor. Anhand von Bildern präsentierte er die weltweiten Unterschiede der wöchentlich verbrauchten Lebensmittelmenge. Mexiko, USA, Australien und Deutschland befänden sich an der Verbraucherspitze und zählten zu den Ländern mit den meisten Übergewichtigen.

Als die Gerichte fertig gekocht waren, konnten einige Besucher auf der Bühne die Ergebnisse kosten. Zum Abschluss eilten viele Interessenten zu den Tellern, denn für 360 Gäste konnten die zubereiteten Mahlzeiten nicht reichen.


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