Karsten McGovern bewirbt sich

Erster Kreisbeigeordneter der Grünen will Landrat werden
Bewirbt sich im Landkreis Marburg-Biedenkopf um das Amt des Landrats: Erster Kreisbeigeordneter Karsten McGovern, der den Grünen angehört. (Foto: Haase)

McGovern ist seit 2001 hauptamtlicher Kreisbeigeordneter und seit 2003 stellvertretender Landrat. Er ist als Dezernent unter anderem für Jugend, Familie und Soziales, das KreisJobCenter, Schulen, Gesundheit und den Personennahverkehr zuständig.

Im Februar 2009 wurde er als Erster Kreisbeigeordneter wiedergewählt und wäre bis 2015 im Amt. Es sei denn, veränderte politische Verhältnisse im Kreistag führten zu einer Abwahl. Eine Kommunalwahl steht bis dahin aber nicht an. Und bisher laufe die Koalition aus Freien Wählern, CDU und Grünen gut. McGovern spricht von einer erfolgreichen Arbeit dieser Koalition, bestätigt ein gutes menschliches Miteinander. Ob es um die Betreuung Langzeitarbeitsloser oder menschenwürdige Altenhilfe, Klimaschutz und Energiewende gehe, gemeinsam habe man viel erreicht.

Gemeinsamer Kandidat von CDU und Grünen kommt nicht in Frage

Die Zusammenarbeit mit Landrat Fischbach und ihm, so McGovern, laufe fast reibungslos. Vor diesem Hintergrund kamen dann auf CDU- und Grünen-Ebene zunächst Überlegungen auf, Karsten McGovern zum gemeinsamen Kandidaten zu machen. Sie ließen sich aber nach Informationen dieser Zeitung auf Parteiebene der CDU nicht umsetzen.

"Ich hätte das vor dem Hintergrund unserer guten Zusammenarbeit durchaus interessant gefunden", sagt McGovern. Dass diese gute Zusammenarbeit fortgesetzt wird, ist ihm wichtig, seinen Weg als Landratskandidat verfolgt er jetzt zunächst mit Unterstützung der Grünen.

Zur Kandidatur bewogen hat ihn vor allem, dass er noch einige Dinge fortsetzen und andere auf den Weg bringen möchte. Unter anderem geht es um Energiewende oder die Optimierung im Bildungsbereich. Ein breitgefächertes Bildungsangebot, aber auch der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen gehören dazu.

Für McGovern muss der Landkreis finanziell, personell und organisatorisch gut aufgestellt sein, sparsam wirtschaften, aber auch in Zukunft investieren können.

Sein Ziel ist es, eine größere Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen zu erreichen, auch über einen Bürgerhaushalt denkt er nach.

Bewerber will sich Fragen aller Gruppen stellen

Wichtig sind ihm vor allem ein weltoffenes Klima, Toleranz und Respekt. Mit Blick auf einen Anteil von 25 Prozent Migranten im Landkreis will der Grüne dazu beitragen, dass die Menschen sich bei uns wohlfühlen. Zudem liegen ihm erfolgreiche Unternehmen am Herzen, Wirtschaftsförderung ebenso wie Infrastrukturthemen, zum Beispiel auch der Breitbandausbau. McGovern setzt bei seiner Kandidatur auf die Grünen, er hofft allerdings auch auf Unterstützung aus Kreisen, die weit darüber hinaus gehen und möchte Ansprechpartner für alle Bereiche sein. Daher sucht er das Gespräch mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, unter anderem auch den Unternehmern aus der Region, um sich mit deren Anliegen vertraut zu machen.

Wenn Zeit für Privates bleibt, verbringt sie Karsten McGovern mit seiner Familie. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Dabei sieht er sich als Familienmensch, der zuhause durchaus auch Aufgaben übernimmt wie Kochen oder Einkaufen und die Kinder zum Judo zu fahren. "Meine Hemden bügele ich selbst", sagt er. Und wenn darüber hinaus noch Zeit bleibt, geht er joggen.

Die Kreismitgliederversammlung der Grünen findet am Mittwoch, 10. Oktober, ab 19.30 Uhr in Rauschenberg im Restaurant Venezia (Marktstraße 1) statt und ist öffentlich.


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