"Katzengrube" hilft Vögeln

NATURSCHUTZ Merkenbacher Verein freut sich über professionelle Hilfe

So sah der Teich vorher aus: Dem kleinen Weiher im Vogelschutzgebiet drohte die völlige Verlandung.

Hilfe vom Profi: Mit einem Bagger der Herborner Baufirma Willi Lauber hat Thorsten Hamm den Weiher im Vogelschutzgebiet "Katzengrube" vertieft. Nun braucht das Gewässer Ruhe, damit es sich erholen kann. (Fotos: privat)

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Der Natur- und Vogelschutzverein 1964 Merkenbach hat die ehemalige Industriemüllkippe seit 1978 für 99 Jahre von der Stadt Herborn gepachtet. Noch im selben Jahr pflanzten die Mitglieder dort rund 1200 Bäume und beerentragende Sträucher. Außerdem fassten sie eine Quelle ein und leiteten das Wasser in einen ausgebaggerten Weiher.

Im Laufe der Jahre ist aus dem sozusagen künstlich angelegten Vogelschutzgeholz mit Teich ein schönes Feuchtgebiet entstanden. Doch trotz regelmäßiger Pflege hatte sich die Natur übermächtig entwickelt. Notwendige Holzfällerarbeiten konnte der Verein noch in Eigenregie und mit Hilfe von Fachmann Helmut Klein erledigen.

Der Weiher allerdings bereitete den Vogelschützern etwas Kopfzerbrechen: Die Teichränder waren derart verwildert, dass ihnen mit Hacke und Schippe nicht mehr beizukommen war.

Spontane professionelle Hilfe erhielt der Verein dann von Mathias Rompf von der Herborner Baufirma Willi Lauber zugesagt. Dank ihr konnte er sein "Sorgenkind" vor der endgültigen Verlandung retten.

Am vergangenen Samstag war es dann soweit: Mit einem Bagger rückte Thorsten Hamm dem verwilderten Ufer zu Leibe und baggerte auch den Weiher wieder tiefer aus.

In Zusammenarbeit mit der Naturlandstiftung und der fachlichen Unterstützung eines Experten will der Verein das Feuchtbiotop nun erhalten, pflegen und sogar noch ausbauen. Vögel, Ringelnatter, Libellen und viele andere heimische Tiere sind dort anzutreffen. Wildschweine nutzen den Weiher regelmäßig als "Badezimmer", pflügen und eggen das Gelände.

Betreten ist nur in Absprache und mit fachlicher Begleitung möglich

Allerdings brauche die Natur, vor allem aber die Tierwelt dort Ruhe, sagen die Vogelschützer. Sie bitten deshalb alle Spaziergänger und sonstigen Waldbesucher, das Gelände nur nach Absprache mit dem Verein und in fachlicher Begleitung zu betreten. Zudem bestehe dort die Gefahr von Astbruch, und der Rand des Teiches sei bis auf weiteres nicht begehbar. Auf diesen Umstand weist der Verein mit mit Absperrungen und Schildern hin.

Die Vogelschützer haben aber auch noch ein weiteres Vorhaben im Auge: An der "Goldgrube" am Rehbach möchten sie ein weiteres Biotop wiederbeleben. Zudem wollen sie aus bei der Reaktivierung gefällten Bäumen sogenannte Baumelbänke bauen und an Wanderwegen aufstellen.

Weitere Informationen gibt es auf der Vereinsseite im Internet unter www.vogelschutz-merkenbach.de.


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