"Kein riesiger Stellenabbau"

Ministerin beschwichtigt nach Gesellschaftersitzung an Klinikum
Seit dem die Pläne zu Stellenstreichungen publik wurden, weht am Klinikum ein eisiger Wind. (Archivfoto: Gombert)
Seit dem die Pläne zu Stellenstreichungen publik wurden, weht am Klinikum ein eisiger Wind. (Archivfoto: Gombert)

Als ein weiteres Indiz, dass der private Krankenhausbetreiber fest entschlossen ist, seine Pläne wie beabsichtigt zu verwirklichen, wird vom Betriebsrat in Gießen das Engagement des Pflegedirektors des Klinikums in Frankfurt/Oder gewertet, das ebenfalls von der Rhön AG betrieben wird. Dieser soll Informationen der Arbeitnehmervertretung zufolge seine Kollegen in Gießen und Marburg zu einer "höheren Wirtschaftlichkeit coachen".

Unterdessen hat der Gießener Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur den Konzern-Verantwortlichen mit einer Verschärfung der Gangart gedroht, sollten sie die heute endende Frist nicht einhalten und nicht endlich Unterlagen über die Einsparmaßnahmen vorlegen. "Bis heute hat sich nichts geändert. Wenn Rhön die Frist verstreichen lässt, legen wir noch einen drauf. Wir werden dann alle rechtlichen Varianten prüfen", kündigte Hanschur bei einer Protestkundgebung vor dem Haupteingang des Uni-Klinikums Gießen am Rande der außerordentlichen Gesellschafterversammlung an.

Seeger: Stellenabbau in der diskutierten Größenordnung nicht vertretbar

Wie in der vergangenen Woche, waren wieder Hunderte Beschäftigte erschienen, um gegen die Pläne des privaten Krankenhausbetreibers zu protestieren.

Es sei die bittere Wahrheit, dass die Einsparungen weitergingen. Es sei jetzt Aufgabe der Landesregierung, dafür zu sorgen, dass der Stellenabbau vom Tisch kommt. Hanschur bekräftigte seine Kritik an den von Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) berufenen Mediatoren Friedrich Bohl (CDU) und Dr. Wolfgang Gerhardt (FDP). "Zwei Personen aus einem Lager. So geht das nicht", erklärte der Betriebsratsvorsitzende mit Blick auf die Privatisierung, für die sich vor allem CDU und FDP starkgemacht hatten.

Hanschurs Marburger Kollegin Bettina Böttcher kritisierte das Verfahren, das zur Berufung von Bohl und Gerhardt geführt hat, scharf. "Wir lassen uns nicht zwei Mediatoren aufs Auge drücken und dann ist alles okay", machte sie in ihrer Stellungnahme deutlich.

Ungewohnt deutliche Worte hatte bereits am Vormittag der Ärztliche Geschäftsführer des UKGM, Professor Werner Seeger, bei einer Betriebsversammlung gefunden. Ein Stellenabbau in der diskutierten Größenordnung sei medizinisch nicht vertretbar, schrieb Seeger den Verantwortlichen in der Führung der Rhön AG ins Stammbuch.


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