König Artus steht im Mittelpunkt

Vernissage  Kinder präsentieren ihre Bilder

Frank Bäcker erzählt als Zeitreisender Freoman se Baecere jeden Mittwoch in der Phantastische Bibliothek Geschichten aus dem Sagenkreis um König Artus. (Foto: privat)

Neun Malschüler im Alter von 11 bis 14 Jahren hatten unter der Anleitung von Anne Held unterschiedliche Motive rund um den legendären britischen König zu Papier gebracht. Diese Bilder spann der altenglische Zeitreisende Freoman se Baecere (alias Frank Bäcker) in Geschichten und fesselte damit die Besucher. Sie erfuhren so vom aufregenden Werdegang des Königs, der als Kind oder Jugendlicher eher zufällig eine alte Prophezeiung erfüllte, indem er ein Schwert aus einem zugewachsenen und völlig in Vergessenheit geratenen Stein zog und damit die Königswürde erwarb.

Mittelalterliche Porträts

Frank Bäcker erzählte von den Rittern der Tafelrunde und der tragischen Liebesgeschichte zwischen Artus Frau Guinevere und seinem besten Freund, Sir Lancelot, die schließlich zum Zerfall seines Reiches führte. Besonders eindrucksvoll jedoch ließ er die Geschichte um den noch unerfahrenen Ritter Gawain und den grausigen grünen Riesen lebendig werden: Ausgestattet mit einem Schwert ließ er die Wucht des Schlages erahnen, mit der der grüne Ritter Gawain drohte und blickte in erleichterte Gesichter, als er die ungeahnte Wendung des Abenteuers erzählte.

Die Bilder der jungen Künstler zeigten farbenprächtige mittelalterliche Porträts, einen lichtdurchfluteten Wald, in dem das Schwert noch im Stein steckt. Sie bildeten den König und seine junge Braut ab, ebenso wie die Tafelrunde, die rein in Grautönen mit Lichteffekten und Schattierungen einen wunderbaren Einblick in den alten Mythos gibt. Doch auch Motive, die sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschlossen, waren unter den ausgestellten Kunstwerken. Zu den eindringlichsten Bildern zählte eine Kohlezeichnung der elfjährigen Sara: Sie hat sich einen der dunkelsten Momente aus Artus Biografie ausgesucht und ihn in Schwarz-Weiß eingefangen. Ihr Bild zeigt die am 1. Mai geborenen männlichen Babys, die Artus in einem Boot auf das Meer hinausschieben ließ, um so seinen eigenen, ungewollten Sohn, den er unter den Kindern wähnte, zu töten.

Die Ausstellung, die noch bis zum 5. Oktober zu sehen sein wird, ist Teil der Reihe „Kultur für Kinder“, mit der die Phantastische Bibliothek die Aufmerksamkeit von Kindern und Jugendlichen auf klassische Werke der Weltliteratur richten möchte. Die Vernissage stand am Anfang einer wöchentlichen Lesereihe, die Kinder, Jugendliche und Geschichten liebende Erwachsene ab dem 12. September jeden Mittwoch von 17.15 bis 18 Uhr mit in die Vergangenheit nimmt. Der Besuch der Lesungen ist kostenfrei. Genauere Informationen zu den jeweiligen Themen gibt es im Internet unter: www.phantastik.eu. (red)


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