Krähen fallen über kleine Lämmer her

TIERE Herden-Nachwuchs verloren

Vier bis fünf Rabenkrähen saßen rund um ein neugeborenes Lamm verteilt. "Zwei von ihnen hatten schon ein großes Loch in den Oberschenkel gehackt. Sie ließen sich nur schwer vertreiben", erinnert sich die Augenzeugin Karin Seipp.

Erst nachdem sie ihnen mehrere Male nachsetzte, flogen sie weiter weg. Zuhause angekommen, rief die Wollmarerin den Halter, Burkhard Freiling, an. Der verständigte Tierarzt musste das Tier einschläfern.

Die Freilings halten Skudden, eine der ältesten Schafrassen, die heute vom Aussterben bedroht ist. Im vergangenen Jahr hat Familie Freiling 20 Lämmer durch Angriffe von Rabenkrähen verloren. Das entspricht fast der Hälfte des jährlichen Nachwuchses der Herde. Besonders dramatisch war der Angriff auf eines der seltenen Drillingsschafe, über deren Geburt sich die Freilings besonders gefreut hatten.

Der Pressesprecher des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Stephan Schienbein, erklärte dazu, es sei ein ganz normaler biologischer Vorgang, dass Tiere andere als Nahrungsquelle nutzen.

"Natürlich ist es bedauerlich, wenn ein Schafhalter in dem beschriebenen Umfang betroffen ist. Häufungen solcher Fälle, insbesondere die Konzentration auf einzelne Herden, sind uns bislang nicht bekannt geworden."

Bis ins Jahr 2015 keine Verluste zu beklagen

Bis zum vergangenen Jahr hatte Freiling auch keine Verluste durch Rabenkrähen zu beklagen. Der Landkreis sieht keine Besonderheiten, warum die Vögel ausgerechnet im vergangenen Jahr dermaßen zugeschlagen haben.

Die Freilings wollen die Herde auf einer anderen Weide zu halten. Diese können sie vom Haus aus im Blick behalten. Freiling: "Bis man da ist, wäre es dann zwar auch zu spät. Aber so könnte man wenigstens sehen, wenn ein Schaf bald lammt."


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