Kräuterwanderung mit Heike Nickel

Auf der "Sommerseite" von Nanzenbach startete die Kräuterwanderung des örtlichen Heimatvereins, die von der Kräuterfachfrau Heike Nickel geleitet wurde.

Begonnen wurde die Führung diesmal auf der "Sommerseite" von Nanzenbach, oberhalb des Friedhofs. Schon nach wenigen Metern stellte Heike Nickel die ersten Heilkräuter vor: Den Huflattich, einer der ersten Frühblüher, das Veilchen und das gelb blühende Scharbockskraut, das regelrechte Blütenteppiche bildet, wenn es einmal Wurzeln geschlagen hat. Die jungen,runden Blättchen dieses Krauts sind essbar und enthalten viel Vitamin C, also gut geeignet für Kräuterbutter und als Salatzutat. Aber Achtung - während und nach der Blüte wird die Pflanze für uns Menschen giftig und sollte auf keinen Fall mehr verwendet werden.

Auch der Beinwell zeigte schon seine in Rosettenform angelegten rauen Blätter. Er ist seit altersher bekannt für seine Heilkraft bei allem was mit Knochen zu tun hat. Auch die Wurzeln sind knochenartig, wie Frau Nickel erklärte. Sie sind sehr hart und enthalten eine markähnliche Substanz, die auf die schmerzenden Gelenke aufgebracht, wie ein Gipsverband wirkt.

Weitere Besonderheiten auf dem Wanderweg waren u. a. die Rosskastanie, aus der man angeblich sogar eine Tinktur zum Haare färben herstellen kann. Meist wird sie jedoch in verschiedener Form bei Venenentzündungen, Durchblutungsstörungen usw. angewandt. Auch wie man mit Honig verschiedene Hausmittel ansetzen kann, z.B. als Hustensaft mit Spitzwegerich, wurde den Teilnehmer(innen) anschaulich erklärt.

Ein interessanter Strauch ist auch der Weißdorn. Er war schon bei unseren Vorfahren bekannt für seine Heilkraft, vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Man sagt, dass früher auch Neugeborenen ein Säckchen mit Weißdornfrüchten ("Mehlbeerchen") in die Wiege gelegt wurde.

Es wurden noch viele andere Kräuter vorgestellt, die aber eines gemeinsam haben: sie sollen nur in Maßen und in den empfohlenen Mengen genossen werden, Viel hilft hier meist nicht viel, das Gegenteil ist oft der Fall.

Mit einer Menge von Wissen über unsere heimischen Kräuter im Gepäck konnten die mehr als 20 Teilnehmer(innen) zum Abschluss in geselliger Runde noch Kaffee, Kuchen und Kräuterspezialitäten wie Kräuterwaffeln und -plätzchen sowie Kräuterquark und Fruchtgelees verkosten.


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