Kreis verbaut acht Millionen Euro

SCHULEN Das meiste Geld fließt in diesem Jahr nach Gladenbach

Thomas Herden (vorne) und sein Kollege Frank Pekel sind in der Gladenbacher Europaschule damit beschäftigt, die Heizungs- und Sanitäranlagen umfassend zu erneuern. Sie arbeiten für die Firma "Gerwin Möbus" aus Gemünden/Wohra. (Foto: Meistrell)

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Dieser offene Lernraum aus ehemals drei Klassenzimmern an der beruflichen Schule in Kirchhain ist bereits im letzten Jahr entstanden. (Foto: Krause)

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Alle Bauprojekte des Landkreises stellte Schuldezernent Karsten McGovern (Grüne) gestern an den Beruflichen Schule in Kirchhain vor. Am Beispiel einer so genannten offenen Lernlandschaft wurde gezeigt, dass der Schulträger auch im Sinne neuer pädagogischer Konzepte tätig wird.

Wie Rainer Achenbach vom Fachbereich Schule und Gebäudemanagement erläuterte, seien vier Klassenräume für etwa 50 000 Euro derart umgebaut worden, dass sie nur noch durch große Schiebetüren getrennt seien. Dadurch werde es möglich im Sinne der Förderung der Schüler auch über alle Räume zusammenzuarbeiten. Derartige Räume gebe es seit 2012 bereits in Kirchhain, sowie an der Beruflichen Schule in Biedenkopf.

n 4,8 Millionen Euro kosten allein die energetischen Optimierungen

Wie McGovern berichtete, teile sich die Gesamtinvestition mit 3,1 Millionen Euro für normale Sanierungsarbeiten, sowie 4,8 Millionen für die energetische Optimierung der Gebäude auf. Der Kostenrahmen von Einzelmaßnahmen erstrecke sich von 3000 Euro beispielsweise für kleine Malerarbeiten bis zur Erneuerung der Schulküche in Wetter, die mit 580 000 Euro zu buche schlage. Gearbeitet werde an 42 der insgesamt 75 Schulstandorte in Marburg-Biedenkopf.

Als beispielhafte Projekte nannte der Erste Kreisbeigeordnete unter anderem die Sanierung von Toiletten und Sanitäranlagen in den Schulturnhallen der Mittelpunktschulen in Dautphetal und Biedenkopf (22 000 Euro und 50 000 Euro), die Fenstersanierung an der Grundschule Bottenhorn (17 500 Euro), die Dachsanierung an der Burgbergschule in Friedensdorf (44 000 Euro), und die Erneuerung der Beleuchtung an der Gansbachtalschule in Lixfeld (5800 Euro). Besonders wies der Schuldezernent auf eine Akkustikdecke in Kirchhain-Anzefahr hin, die eingebaut werde, weil ein hörgeschädigtes Kind am Unterricht teilnehme. Diese Maßnahme zeige, dass der Kreis seine Aufgaben im Sinne der Inklusion, also der bedingungslosen Teilhabe aller von Anfang an, mehr als ernst nehme.

Im Hinterland profitieren weiterhin mit großen Summen die Sonderschule in Hommertshausen für das Erweiterungsgebäude mit etwa 370 000 Euro, und die Grundschule in Weidenhausen mit 161 000 Euro, unter anderem wird das Dach saniert.

Die größten Beträge im Hinterland fließen nach Gladenbach, wo für die Gesamtschule insgesamt 542 700 Euro an Haushaltsmitteln für dieses Jahr veranschlagt sind, sowie nach Buchenau, wo an der Grundschule sogar knapp 1,4 Millionen Euro für die energetische Sanierung im laufenden Jahr vorgesehen sind.

Traditionell werde in den Sommerferien in den Schulen im Kreis fleißig gebaut, damit der Schulbetrieb so wenig wie möglich gestört werde, so McGovern. Für die zuständigen Mitarbeiter sowie die Baufirmen bedeute dies natürlich, dass sie gerade in dieser Zeit auf Urlaub verzichten müssten, damit alles pünktlich fertig werde. Die großen Ferien mit ihren sechs Wochen böten sich aufgrund ihrer Länge besonders an, in diesem Zeitraum ließen sich auch größere Projekte bewältigen.

Meist sei dies auch zu schaffen, allerdings räumte McGovern ein, dass es nicht immer möglich sei. Gerade größere Maßnahmen erforderten Vor- und Nacharbeiten.

In diesen Fällen versuche man die beeinträchtigendsten Arbeiten in die Ferien zu verlegen, um die Belastungen während der Schulzeit so gering wie möglich zu halten.

n Die meisten Arbeiten werden in den großen Ferien erledigt

In Buchenau habe man beispielsweise bereits Ostern mit den Arbeiten begonnen, so Patrick Gerber, Fachbereichsleiter Schule und Gebäudemanagement. Mit dem jetzt begonnenen zweiten Bauabschnitt hoffe man bis Ende dieses Jahres fertig zu werden.

Ein Jahr länger wird es wohl insgesamt in Gladenbach dauern, wo im Rahmen des Sonderinvestionsprogramms bereits seit einigen Jahren gebaut wird. Wie Gerber berichtete, seien derzeit die Naturwissenschaften dran. Der fünfte von sechs Bauabschnitten sei begonnen worden.

Im kommenden Jahr werde im letzten Abschnitt noch einiges gebaut werden müssen, 1,9 Millionen Euro seien veranschlagt. Mit der endgültigen Fertigstellung in Gladenbach rechnet Gerber Ende 2015. Die Alternative zu der langen Bauzeit sei nur ein Auszug der Schüler gewesen. Dies wäre jedoch sehr teuer geworden. Zudem hätte in der Hanglage der Schule kein Containerstandort zur Verfügung gestanden.

Leider könne der Landkreis nicht alles an allen Schulstandorten gleichzeitig machen, weil dies die finanziellen Möglichkeiten sprengen würde, schloss McGovern. Nach und nach würden jedoch alle notwendigen Arbeiten erledigt. Es handele sich schließlich um gute Investitionen, die letztlich den Schülerinnen und Schülern zugute kommen. Aufwändige Baumaßnahmen, für die der Landkreis in den nächsten fünf Jahren mit jeweils zehn Millionen Euro erhebliche Geldmittel in die Hand nehmen werde, erfordere zudem das energetische Sanierungsprogramm an den Schulen.


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