Kreispolitiker stehen hinter Arzt-Notruf

MEDIZIN Landrat soll sich für Fortbestand einsetzen

Arzt, Symbolbild. (Archivfoto: dpa)

Die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FWG haben für die nächste Kreistagssitzung am 21. Juli einen gemeinsamen Antrag formuliert: Der Kreisregierung um Landrat Wolfgang Schuster (SPD) solle sich bei der KV "mit allen Kräften" für den Fortbestand des ANR im Lahn-Dill-Kreis einsetzen. Der ANR sei seit über 10 Jahren im Lahn-Dill-Kreis zur Zufriedenheit aller etabliert. Er spare Kosten, erhöhe die Sicherheit für die Bevölkerung, gewährleiste konsequente, fachliche Beratung bereits am Telefon und entlaste die heimische Ärzteschaft. Dieses Model dürfe nicht geschlossen werden, sondern müsse eigentlich bundesweit etabliert werden.

- Arzt-Notruf (ANR): Bei Notfällen rufen Verletzte bzw. Patienten stets die 112 an. Wenn Patienten an Wochenenden, nachts oder feiertags - wenn die Hausarztpraxen zu sind - nur "normale" ärztliche Hilfe brauchen, können sie sich im Lahn-Dill-Kreis an den ANR wenden. Sie rufen dann die 19292 an. Unter dieser Telefonnummer erreichen sie einen Arzt, der in der Rettungsdienstleitstelle in Wetzlar sitzt. Der Arzt kann entscheiden, ob der Patient ärztlich versorgt werden muss oder sich selbst zum Beispiel mit Medikamenten helfen kann. Er kann ihn gegebenenfalls an einen Dienst habenden Arzt oder an ein Krankenhaus verweisen.

Ab 2015 sollen diese Patienten zu diesen Zeiten ein Call-Center in Kassel bzw. Frankfurt anrufen (Telefonnummer: 116117). Dort ist ein Arzt im Hintergrund beratend tätig. Diese Call-Center sind für alle Patienten in Hessen zuständig.

- Ärztlicher Bereitschaftsdienst/Notdienst: Vom Arzt-Notruf ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst zu unterscheiden. Das sind die Notfallpraxen der Hausärzte, die am Wochenende, nachts und feiertags geöffnet haben. Dieser Bereitschaftsdienst wird ab kommenden Jahr ebenfalls von der KV neu geregelt. Bisher gab es im Lahn-Dill-Kreis Standorte in Wetzlar, Braunfels, Ehringshausen, Herborn, Dillenburg, Haiger und Eibelshausen.

Künftig soll es nur noch zwei Standorte geben: in den Kliniken in Dillenburg und Wetzlar. (jli)


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