Krise im VfB Holzhausen

FUSSBALL Kicker finden keinen Vorstand / Spielgemeinschaft mit Steinperf

Gute Nachricht: Auch in diesem Jahr wird es in Holzhausen wieder eine Uwe Bein-Fußballschule geben (Foto: Valentin)

Ob es dann jedoch anders aussehen wird, daran hegt der weiter amtierende Vorstand Zweifel. Denn auch im Vorfeld der regulären Sitzung seien bereits intensive Gespräche mit möglichen Kandidaten für Vorstandsposten geführt worden - jedoch ergebnislos. Es habe sich niemand gefunden, der im Vorstand mitarbeiten wolle, sagte Gremiumssprecher Alexander Gessner.

Vorstand fordert mehr Engagement der Mitglieder

Auslöser für die Misere war die Ankündigung von sechs Vorstandsmitglieder, für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen - darunter der wirtschaftliche Leiter sowie der Jugendleiter. Deren Entscheidung könne er aber vollauf nachvollziehen, sagte Gessner. Denn der Vorstand komme sich bei den anfallenden Arbeiten und Aufgaben leider viel zu oft alleingelassen vor. Ein Beispiel: Im aktuellen Vorstand sind sieben Spieler vertreten, die am Sonntag während eines Spiels natürlich keine Dienste übernehmen können. Das bleibe dann meist am restlichen Vorstand hängen, weil sonst kaum mehr jemand Dienste übernehmen wolle, sagte Gessner. "Wir als Vorstand wissen nicht mehr weiter und unter diesen Umständen sind wir auch nicht bereit, uns wieder zur Wahl zu stellen", ergänzte er.

Die Spieler hatten - unabhängig vom Vorstand - im Dorf sogar schon einen Brief an alle Haushalte verteilt und darin um Unterstützung gebeten. Doch auch dieser Appell verlief ergebnislos. Hilfe erhofft sich der amtierende Vorstand vor allem aus den Reihen jener, die früher selbst einmal Fußball gespielt haben und jetzt zwischen 40 und 50 Jahre alt sind. Die fehlen nämlich nicht nur im Vorstand, sondern waren auch in der Sitzung kaum vertreten. "Jeder müsste einfach mehr mit anpacken, damit es mit dem Verein wieder bergauf geht", appellierte Gessner schließlich.

Dabei war die gescheiterte Vorstandswahl keineswegs das einzige heikle Thema auf der Tagesordnung. Zu denen gehörte auch die Erhöhung der Mitgliederbeiträge. Steigende laufende Kosten und sinkende Einnahmen haben den Verein die vergangenen Jahre mit einem Minus abschließen lassen. Das sei auf Dauer jedoch kein Zustand, stellte der Vorstand fest. Neben Einsparungen etwa bei der Energieversorgung und dem Verbrauch komme man jedoch auch um eine Erhöhung des Beitrages nicht herum. So wurde der Versammlung vorgeschlagen, den Jahresbeitrag von derzeit 36 auf 50 Euro zu erhöhen. Dieser Vorschlag wurde mit drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen mehrheitlich angenommen.

Als interessant, aber kaum umsetzbar, wurde eine Idee von Ralph Venohr verworfen. Dem Beispiel anderer Vereine folgend, schlug der vor, einen Förderverein zu gründen. Dort könne jeder eine Spende in beliebiger Höhe machen und werde dann, ab einem bestimmten Betrag, für den Verein beitragsfrei gestellt. Das klinge zwar gut, urteilte der Vorstand, "aber es gelingt uns ja noch nicht einmal, für unseren Vorstand Kandidaten zu bekommen. Wie sollen wir dann einen Vorstand für noch einen Verein stellen?", gab er zu bedenken.

Noch eindeutiger fiel das Votum der Versammlung für eine mögliche Spielgemeinschaft mit den Nachbarn vom SSV Steinperf aus. Mit nur einer Gegenstimme und sieben Enthaltungen wurde der Vorstand damit beauftragt, mit den Steinperfern Verhandlungen darüber zu führen. Wie Alexander Gessner berichtete, waren die Steinperfer Kicker mit der Frage nach einer Spielgemeinschaft an den VfB herangetreten. "Wir brauchen derzeit noch keine", sagten Gessner, aber die Zahl der zur Verfügung stehenden Vereine werde immer geringer. Dautphe und Mornshausen haben bereits eine Spielgemeinschaft, ebenso Silberg und Eisenhausen. Und wenn jetzt eine SG von Holzhausen abgelehnt würde, dann werde Steinperf vermutlich den Schulterschluss mit Bottenhorn suchen. "Wenn wir dann in ein paar Jahren einen anderen Verein suchen, ist vielleicht keiner mehr da", betonte Gessner. Außerdem sei es auch ausdrücklicher Wunsch der Mannschaft gewesen, Gespräche mit den Steinperfern zu führen. Eine mögliche Spielgemeinschaft ist allerdings an Voraussetzungen geknüpft, sagte Gessner. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Platz in Steinperf eine Flutlichtanlage erhält. Über eine solche verfügt er derzeit nämlich noch nicht.


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