Kunden müssen zahlen

LESERBRIEF Energiewende wird am Ende deutlich teurer

So sehen die Windräder am Hilsberg aus, wenn man die Ortslage von Steffenberg-Steinperf gen Süden verlässt. (Archivfoto: Meistrell)

Täglich wird sichtbarer, dass die deutsche Energiewende, von Politikern und Lobbyverbänden geplant, eine Sackgasse ist. Klimaschutz ist das Gegenteil von Naturschutz geworden. Durch den ungebremsten Zubau der letzten Jahre ist die Kapazitätsgrenze längst überschritten. 2015 erreichten die Stromexporte mit 61 TWh (Handelsmenge), einen erneuten Rekord. Toll könnte man denken! Leider will unseren Stromüberschuss aber niemand haben. 2015 wurden 44 Millionen Euro dafür ausgegeben, um unseren Strommüll im Ausland zu entsorgen.

Die dabei vernichtete Strommenge betrug 4,77 TWh und entspricht der Jahresleistung von 782 Windkraftanlagen Enercon E115. Immer dann, wenn Wind weht, produzieren wir schon jetzt viel mehr Strom als unsere Netze und Verbraucher vertragen können. Ein totales Abschalten konventioneller Kraftwerke ist unmöglich, da das Anfahren eines Kohlekraftwerkes mehrere Tage benötigt.

Was wenn der Wind nachlässt? Die Stromeinspeisungen der Windindustrieanlagen schwanken zwischen 0 und 100 Prozent der Nennleistung. Damit lässt sich kein sicheres Stromnetz betreiben. Von effektiven Speichertechniken sind wir noch weit entfernt. Weiterer Ausbau würde jetzt nur noch dazu führen, dass Stromspitzen noch höher werden und es letztlich zu einem Blackout kommt. 2015 wurden EEG Vergütungen in Höhe 27,2 Milliarden Euro an Anlagenbesitzer ausgezahlt. Der Marktwert des damit erzeugten EEG-Stromes betrug aber nur 5,3 Milliarden Euro (Berechnung des BMWE in Drucksache EEG in Zahlen vom 15.10.2015). Die Differenz von 21,9 Milliarden Euro wird an den Stromkunden per EEG-Umlage weitergegeben und schwächt in gleicher Höhe die Kaufkraft vor Ort. Jeder weitere EEG-Ausbau führt dazu, dass der Börsenpreis noch weiter sinkt. Im gleichen Zuge die EEG-Umlage noch weiter angehoben werden muss. Abschaffung des EEG und Strompreise, die sich wieder am Markt orientieren, sind der richtige Weg. Dafür ist es wirklich 5 vor 12!

Andreas Knoll, Dautphetal


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