Kunst und Kultur bei den Partnern in Ungarn

AUSTAUSCH Wettenberger besuchen für fünf Tage die Gemeinden Zsámbék und Tök
Die Bory-Burg - niemals Burg, sondern ein bewusst geschaffenes Kunstobjekt - war einer der Höhepunkte beim Besuch der Wettenberger Delegation bei ihren ungarischen Partnern. (Foto: privat)

Über Christi Himmelfahrt waren die Ungarn in Wettenberg und traditionell Ende August war es dann umgekehrt. Die ungarischen Freunde hatten ein umfangreiches Programm zusammengestellt, bei dem Kunst und Kultur nicht zu kurz kamen, aber dennoch ausreichend Raum blieb, um über die aktuellen Herausforderungen in Europa und zur Stärkung der Partnerschaft zu sprechen.

Die Wettenberger Delegation bestand aus Vertretern des Kunst- und Kulturkreises Wettenberg (KuKuK), Vertretern der Heimatvereinigung Zsámbék unter Führung des Vorsitzenden Thilo Hain sowie dem Ersten Beigeordneten Reinhard Bamberger und Bürgermeister Thomas Brunner (beide SPD). Brunners Amtskollegen Kálmán Balogh aus Tök und László Horváth aus Zsámbék sowie der Vertreter der Deutschen Selbstverwaltung Zsámbék, János Bechtold, begleiteten sie.

Nach Ankunft am Mittwochabend war bereits am Donnerstag ein umfangreiches Besuchsprogramm geplant. Zunächst wurde die Firma Ziegler besichtigt, die sich auf die Herstellung von Waffeln spezialisiert hat. Ein Beleg für die gute wirtschaftliche Entwicklung der Region. Am Nachmittag wurde der kleine Ort Felcsút besucht, in dem der ungarische Ministerpräsident Victor Orban aufgewachsen ist. Dort wurde mit Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft eine Schmalspureisenbahn errichtet, die Felcsút mit einem Park im Nachbarort verbindet. Dieses Projekt ist umstritten, da die kleine Bahn mit ihrer Gesamtstrecke von etwa sechs Kilometern nur eine geringe touristische Bedeutung erreicht hat und keine echte Nahverkehrsfunktion erfüllt.

Fusionen von Kommunen stehen an

Am Freitag fand eine Tagesfahrt nach Székesfehérvár mit Stadtbesichtigung, Besuch der Stephanskathedrale und der Krönungsbasilika statt. Mit mehr als 100 000 Einwohnern zählt Székesfehérvár zu den größten Städten Ungarns und war im Mittelalter neben Buda die Krönungsstadt der ungarischen Könige. Ein Teil der Delegation besichtigte die Bory-Burg, ein interessantes architektonisches Projekt des Architekten und Bildhauers Jenó Bory (1879-1959), in dem er seinen Lebensabend verbrachte. Am Abend fand das internationale Konzert "Brücke der Musik", organisiert von der Leiterin der dortigen Musikschule, Enik Dombi, mit jungen ungarischen Künstlern unter Mitwirkung von Barbara Yeo-Emde vom KuKuK statt.

Am Samstag wurde im Kulturhaus der Gemeinde Tök eine vom KuKuK organisierte und gestaltete Kunstausstellung eröffnet, Dieterich Emde sprach als Vorsitzender des KuKuK das Grußwort. Die Bürgermeister Balogh aus Tök und Brunner aus Wettenberg zeigten sich begeistert von der Qualität und Vielzahl der Objekte und dankten den aus Mittelhessen mitgereisten Künstlern für ihr Engagement in der Partnerschaft. Der Nachmittag und der Sonntag waren geprägt von dem Wein- und Kulturfest in Tök.

Am Sonntag blieb jedoch noch Zeit für ein ausführliches Partnerschaftsgespräch mit Kálmán Balogh und weiteren ungarischen Bürgermeistern aus der unmittelbaren Umgebung. Dabei ging es um Fragen einer möglichen Gebietsreform in Ungarn. Dort überlegt die Regierung, kleinere Gemeinden wie Tök zur Zusammenarbeit mit ihren Nachbarn zu animieren oder sie zu fusionieren. Es wurde daher neben der Vorbereitung eines Jugendaustausches vereinbart, dass im nächsten Jahr beim Besuch in Wettenberg Bürgermeister Brunner über die Erfahrungen mit der Gebietsreform und der interkommunalen Zusammenarbeit in Wettenberg berichtet. (red)


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