Lieber genau kontrollieren

TELEFONAKTION Dr. Volker Spahn am "Direkten Draht zum Mediziner"

Einem 67 Jahre alten Mann aus Weilmünster wurde im vergangenen Jahr ein Stent eingesetzt. Damit einher geht die Einnahme eines Blutplättchenhemmers über ein Jahr nach der Operation, um den Stent frei zu halten. Nun leidet der Patient zusätzlich an sehr starken Schmerzen aufgrund einer Rückenmarkseinklemmung und möchte sich deshalb einer OP unterziehen. Diese aber ist nicht möglich, solange die Einnahme des Blutplättchenhemmers erfolgt. Dr. Spahn empfiehlt die Operation so lange wie möglich hinauszuzögern. Sollten die Schmerzen unerträglich werden, sei in Absprache mit dem zuständigen Kardiologen auch eine verkürzte Einnahme denkbar.

Eine 48-jährige Frau aus Solms nimmt Medikamente gegen Bluthochdruck, hat mit Schwindel zu kämpfen und meint, ihr Bluthochdruck sei nach wie vor zu hoch. Normal, so klärt der Mediziner auf, sei im Ruhezustand ein Blutdruck von 140 zu 90 , Schwankungen nach oben sind unter Belastung allerdings ebenfalls normal. Bei Unklarheiten rät der Kardiologe grundsätzlich zu einer Langzeit-Blutdruckmessung, um die Medikamente gegebenenfalls anzupassen. Der Schwindel aber müsse nicht zwangsläufig von den Medikamente herrühren.

Auch ein 66 Jahre alter Mann aus Haiger-Flammersbach hat mit Bluthochdruck zu kämpfen und nimmt dagegen Medikamente ein. Seit einiger Zeit klagt er über eiskalte Finger und Füße, verbunden mit offenen Wunden. Der Mediziner weist den Patienten darauf hin, dass dies nicht zwangsläufig mit der Herzerkrankung zu tun haben muss. Vielmehr spreche es, wenn andere Ursachen auszuschließen sind, für eine Veränderung des autonomen Nervensystems. Er empfiehlt dringend die Rücksprache mit dem zuständigen Arzt.

Eine 75 Jahre alte Frau aus Mittenaar-Offenbach leidet unter Osteoporose und nimmt Calciumtabletten ein. Nun beachtet sie nach der Einnahme, dass ihr Herzschlag "stolpert". Dr. Spahn empfiehlt der Frau am Telefon, ein Langzeit-EKG vornehmen zu lassen, um den Herzrhythmusstörungen auf den Grund zu gehen.

Ein 90 Jahre alter Mann aus Braunfels leidet an einer chronischen Herzschwäche und hatte bei einer Bronchitis mit Wassereinlagerungen zu kämpfen. Bei Herzschwäche, so erläutert Dr. Spahn, kann jede andere akute Erkrankung, diese verschlimmern. Der Mediziner rät deshalb bei Herzschwäche regelmäßig das Gewicht zu kontrollieren und bei starker Zunahme in Absprache mit dem Kardiologen die Dosis der Tabletten gegen Wassereinlagerung zu erhöhen.

Ein 87-Jähriger aus Gladenbach hatte vor 14 Jahren einen Herzinfarkt und drei Stents gesetzt bekommen. Seit Kurzem hat er wieder mit Brustbeklemmungen zu kämpfen. Hier müsse dringend abgeklärt werden, ob neue Verengungen entstanden seien, oder ein Herzinfarkt drohe.

Medikament kann nicht zu Heilung, sondern nur zu Stabilisierung führen

Eine 76-Jährige aus Odersberg leidet unter Vorhofflimmern, musste das Medikament Marcumar, welches zur Blutverdünnung eingesetzt wird und Schlaganfälle verhindern soll, aber absetzen, da sie Blutungen davon bekam.

Das nun eingesetzte Medikament ASS habe habe nicht die blutverdünnende Wirkung.

In diesem Fall rät der Mediziner zu einem alternativen Medikament in Absprache mit dem Arzt.

Die Herzklappe einer 77-jährigen Frau aus Weilburg ist so stark geschädigt, dass die Ärzte zu einer Operation raten, der sie sich aber nicht unterziehen möchte.

Dr. Volker Spahn meint, dass durch Medikamente keine Heilung, sondern lediglich eine Stabilisierung möglich sei.


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