Linse austauschen bei grauem Star

DER DIREKTE DRAHT Dr. Ulrich Jung aus Dillenburg hat Fragen rund ums Auge beantwortet

Der grüne und der graue Star zählen dabei zu den häufigsten Erkrankungen am Auge. Die Operation am grauen Star ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Operation am Menschen.

Einem solchen Eingriff sieht auch eine 87-jährige Herbornerin entgegen. Sie habe allerdings vor sieben Jahren einen Infarkt mit Einblutung in der Netzhaut erlitten und befürchte nun eine erneute Einblutung bei dem bevorstehenden Eingriff.

Bei einem Nachstar kann mit einer Lasertherapie problemlos geholfen werden

Der Spezialist beruhigt die Patientin: "Ein gewisses Risiko gibt es bei Operationen zwar immer. Der Eingriff am grauen Star zeichnet sich allerdings dadurch aus, dass er für das Auge wenig belastend ist." Wichtig sei allerdings, dass man mit dieser Operation nicht zu lange wartet, fügt Jung hinzu. Denn je länger man warte, desto schwieriger könne es werden, die Linse auszutauschen. "Mit zunehmendem Alter wird die Linse immer fester. Und je fester sie wird, desto schwieriger ist sie bei der Operation zu entfernen."

Eine 68-jährige Anruferin aus Ehringshausen gab an, vor fünf Jahren bereits am grauen Star operiert worden zu sein. Nun spüre sie aber, dass ihre Sehschärfe sich wieder verschlechtert habe. Auf Nachfrage des Mediziners gab die Patientin an, dass der behandelnde Augenarzt bereits einen Nachstar diagnostiziert habe. Nun wolle sie sich nach Möglichkeiten zur Behandlung erkundigen.

"Bei einem Nachstar kann Ihnen mit einer Lasertherapie problemlos geholfen werden" beruhigt der Mediziner. Dabei würde mit Hilfe des Lasers ein kleines Loch in die Membran geschossen, damit eintretende Lichtstrahlen wieder ungehindert auf die Netzhaut fallen könnten. "In zehn bis 20 Prozent der Fälle kann es nach einer Operation am grauen Star zum Auftreten des Nachstars kommen." Darüber hinaus klagte die 68-Jährige über schwarze Punkte in ihrem Sichtfeld, die sie beim Sehen behindern würden.

Dr. Ulrich Jung erklärt: "Diese schwarzen Punkte sind typisch für eine Glaskörpertrübung. Dabei kommt es zu einer Ballung von Eiweißfäden im Glaskörper, die einen Schatten auf die Netzhaut werfen." Diese Schatten würde der Patient dann als kleine schwarze Punkte wahrnehmen, welche die Betroffenen meist stören würden, aber ungefährlich seien.

"Operiert wird diese Erkrankung in der Regel nicht. Nur dann, wenn die Sehkraft zu stark schwindet, muss man darüber nachdenken", weiß Jung. Einen Eingriff am grauen Star hat auch eine 86-jährige Anruferin aus Greifenstein hinter sich. Nun habe sie in jüngster Zeit eine deutlichere Verschlechterung ihrer Sehleistung gespürt, dies betreffe auch das Farbsehen. Ihr behandelnder Augenarzt habe ihr mitgeteilt, dass es keine Möglichkeiten zur Therapie mehr gebe. "Das klingt nach einer Makuladegeneration, einer Durchblutungsstörung im Auge", stellt der ehemalige Oberarzt der Universitätsaugenklinik Gießen fest. Da der Augenarzt der Patientin keine Heilungsmöglichkeit mehr gesehen habe, vermutete Jung eine trockene Degeneration. Hierbei sterben die Sehzellen ab. Da kann man nichts gegen tun. Diese Form der Degeneration schreite aber nur sehr langsam voran", beruhigt der Mediziner die Anruferin.


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