Literarische Soiree mit Harald Kumpf

Vortrag beim "Verein der Freunde von Pertuis"

Harald Kumpf, der zum dritten Mal beim "Verein der Freunde von Pertuis" zu Gast war, kommentierte französische Karikaturen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Harald Kumpf, der zum dritten Mal beim "Verein der Freunde von Pertuis" im Rahmen einer literarischen Soiree vortrug, kommentierte französische Karikaturen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Zielscheibe der stichelnden Grafiken war insbesondere der nach der Juli-Revolution von 1830 an die Staatsspitze gekommene "Bürgerkönig" Louis Philippe. Berühmt bis in die heutige Zeit ist eine Bilderfolge, in der sich ein offensichtlich "unschuldiges" Porträt des Monarchen in den folgenden drei Karikaturen mehr und mehr in eine Birne verwandelt. Während zeitgleich Schriftsteller wie Georg Büchner ("Der Hessische Landbote"), Heinrich Heine ("Deutschland. Ein Wintermärchen") und Ludwig Börne die politischen und sozialen Zustände in Deutschland bloßstellten, taten dies in Frankreich vor allem Zeichner wie Grandville und Gustave Doré.

Ein überaus bedeutender Karikaturist dieser Zeit war Honoré Daumier, der für seine beißenden Satiren einmal sogar für sechs Monate hinter Gitter kam. Als Maler beschritt er neue Wege, die ihn in die Nähe des Impressionismus führten. Charles Baudelaire widmete Daumier ein Lobgedicht, in dem er dessen Gutherzigkeit rühmte, die hinter aller Kritik stand.Seitens der französischen Literaten tat sich vor allem Victor Hugo hervor, der aus seinem erzwungenen Exil auf der Insel Jersey Kaiser Napoleon III. nach dessen Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 mit Spott und Hohn überzog.

Der anschaulich gestaltete Vortrag, der zu einer lebhaften Aussprache führte, und die eindrucksvolle Diaschau fanden bei den Zuhörern großen Anklang.

Wie schon bei den vorherigen literarischen Soireen servierten die Damen des Pertuis-Vereins im Anschluss ein leckeres Büffet, das die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen bot.

(Text: Richard Brütting)


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