Luftige Leinwand ist aufgeblasen

SCHLOSSPARK-BÜHNE Marburger Open-Air-Kino startet in die Saison / 15 Filme bis 2. Juli

Festgemauert in der Erden - das ist die große Leinwand nicht, aber dicke Seiten halten sie fest. Eine Konstruktion mit Rahmen und Mittelsäule stützt die 200-Quadratmeter-Bildwand. (Foto: Schwarzwäller)

Kinobetreiber Hubert Hetsch (r.) hatte 48 Stunden vor Beginn der neuen Saison noch mit Anreas Hoppe von der Firma Kinoton Digital Solutions (l.) und Tischlermeister Joachim Koch auf der Schlossparkbühne zu werkeln. (Foto: Schwarzwäller)

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Die Kulisse ist malerisch und sowohl die Fans wie auch Betreiber Hubert Hetsch und sein Team hoffen jetzt auf gutes Wetter.

48 Stunden vor dem Eröffnungsfilm wird auf der Schlossparkbühne noch geschraubt und gebaut. Der Stahlcontainer hat einen kleinen Anbau gezimmert bekommen, damit ein zweiter Projektor Platz hat. Für den Fall der Fälle, wenn der erste nicht läuft. "Ich halte das nervlich sonst nicht mehr aus", sagt Hubert Hetsch. Vom ersten Tag an ist er mit der ihm eigenen Leidenschaft und mit Perfektionismus am Werk.

Zwei Gebläse halten die Bildwand an einem Rahmen mit Mittelsäule durchgängig in Form

Der Qualitätsstandard soll zu den anderen Marburger Kinos passen. Was die Helligkeit angeht, sei man bei 90 Prozent. Damit mögen sich andere zufrieden geben. Diese zehn Prozent, "dieser letzte Dupp", der mache aber eben den Unterschied.

Die beiden Projektoren stammen aus dem Cineplex, aus der Serie 1. Inzwischen hat auch im Open-Air-Kino die Digitaltechnik Einzug gehalten. Die große Leinwand steht schon ein paar Tage. Rund um das 3TM-Wochenende im Juli wird sie zwischenzeitlich noch einmal eingepackt. Ansonsten sorgen zwei Gebläse rund um die Uhr dafür, dass ihr im wahrsten Sinn des Wortes nicht die Puste ausgeht. Die Wand ist an einer Konstruktion mit Rahmen und Mittelsäule befestigt. Mit ihren Maßen toppt sie die größte Leinwand im Cineplex um zwei Meter. Allerdings muss sie der Witterung standhalten.

Programm vor und nach der Sommerpause zeigt nicht nur Blockbuster, sondern auch Arthouse-Filme

Schon im vergangenen Jahr erklärte Hubert Hetsch, wenn es richtig von vorn und von hinten wehe, "dann hilft nur beten". Die Windgeschwindigkeiten haben sich im Laufe der Jahre vervielfacht - als sie angefangen haben, in den 1990er Jahren, da sei das noch kein Problem gewesen. So oder so ist aber das Wetter der entscheidende Faktor im Open-Air-Kino. Im vergangenen Jahr sei es nicht gut gelaufen: 10 000 Besucher in der Saison - "das reicht nicht". Theoretisch haben auf der Schlossparkbühne knapp 1300 Menschen pro Vorstellung Platz.

Außerdem will Hubert Hetsch nicht nur Blockbuster zeigen, sondern eine Mischung aus Mainstream und Arthouse. Auch Filme, die es im regulären Kino vielleicht etwas schwerer hatten. Anspruchsvolles Kino. Das zieht natürlich auch weniger Zuschauer an. In diesem Jahr gehört zum Beispiel auch "Das Tagebuch der Anne Frank" zum Programm: "Der ist unter Wert gelaufen", sagt Hubert Hetsch. Auf der Schlossparkbühne soll er noch einmal ein Publikum bekommen. Neben "James Bond: Spectre" oder dem Finale der "Tribute von Panem". Die Mischung macht’s - alljährlich. Im ersten Programmteil bis zum 2. Juli wird es übrigens nach dem Eröffnungsfilm nur Open-Air-Erstaufführungen geben: von "The Revenant" bis zu "The Danish Girl".

In den folgenden zwei Teilen bis in den September hinein kommen dann aber natürlich auch noch Klassiker wie "Braveheart" oder "Mamma mia". Auch "Titanic" hat Hubert Hetsch in diesem Jahr wieder einmal geplant. Und "2001" darf für den Fan von Stanley Kubrick natürlich schon gar nicht fehlen. Aber zurück zum Eröffnungsfilm heute: "Ziemlich beste Freunde", auch das hat in Marburg inzwischen gewissermaßen Tradition. Am Donnerstag geht es dann mit "Irrational Man" weiter, Freitag und Samstag folgen "Das brandneue Testament" und "The Revenant". Jeweils mittwochs bis samstags steht ein Film auf dem Programm - wenn das Wetter mitspielt.

Der Eintritt kostet im Vorverkauf (an den Kassen von Cineplex und Kammer) sechs Euro, an der Abendkasse sieben Euro (bei Filmen mit Überlänge 50 Cents Aufpreis). Schüler, Studenten und Senioren zahlen sechs Euro, Kinder unter  zwölf Jahren 5,50 Euro.

Das komplette Programm des Open-Air-Kinosommers ist im Internet unter www.marburgerfilmkunst.de zu finden.


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