Lustvoll mit Film beschäftigen

Im Rahmen der Werkausgabe der Schriften Antonin Artauds hat der Berliner Matthes & Seitz Verlag als elften Band Artauds "Texte zum Film" (310 Seiten, 25 Euro) in einer bibliophilen Ausgabe herausgegeben, die dem Auge wie der Hand schmeichelt. Sie enthält in den zwanziger und dreißiger Jahren entstandene Drehbuchentwürfe, Essays, Briefe an Filmschaffende sowie Interviews von einem Mann, der selbst in rund zwei Dutzend kleineren Rollen vor der Kamera stand. Es sind Dokumente aus der Umbruchphase vom Stumm- zum Tonfilm, von der Euphorie für das junge Medium Film und Artauds Überzeugung, zum Filmstar geboren zu sein. Die allerdings wich rasch der Ernüchterung und der Wendung zum Theater, die in seiner Theorie vom "Theater der Grausamkeit" 1935 gipfelt.

"Und das Kino geht weiter" heißt ein Band mit "Schriften zum Film", die den Philosophen Jacques Rancière hierzulande auch als Filmkritiker bekannt machen könnten. Das Buch aus dem Verlag der Kölner Buchhandlung Walther König (224 Seiten, 14,80 Euro) enthält Aufsätze, die Rancière seit Mitte der neunziger Jahre in den französischen Filmzeitschriften "Cahiers du Cinema" und "Trafic" veröffentlicht hat. Während Rancière seit langem die Beziehung zwischen Politik und Ästhetik neu zu definieren versucht, ist in seiner Filmästhetik der Begriff Fiktion zentral. Mit Klassikern wie John Ford und Robert Bresson setzt er sich ebenso auseinander wie mit den zeitgenössischen Filmemachern Takeshi Kitano und Abbas Kiarostami.


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