Männer messen im Fischteich ihre Kräfte

Heimatkunde  Zweite Wanderung der beiden Kur- und Verkehrsvereine aus Kubach und Edelsbach

Am Edelsbacher Weiher – links auf dem Fischteich Andreas Cromm – erklärte der Heimatforscher, dass früher hier junge Männer mit einem illegalen Wettschwimmen ihre Kräfte maßen. (Foto: Y. Weis)

Zunächst trafen sich die rund 120 Wanderer gut gelaunt mit Rucksack, Hund und Wanderstöcken am Dorfgemeinschaftshaus des 620-Seelendorfes Edelsberg, das zur Gemeinde Weinbach gehört. „Die Idee zu einer gemeinsamen Wanderung ist auf dem Jubiläumsfest des Kubacher Kur- und Verkehrsverein 2016 entstanden“, berichtet der Vorsitzende Uwe Abel.

Und der Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins Edelsberg, Roland Schliffer, ergänzt, dass die Wanderung im vorigen Jahr von Kubach nach Edelsberg sehr gut ankam und deshalb 2018 in umgekehrter Richtung wiederholt wurde.

Beide Männer waren froh, dass sich die anfänglichen Regenwolken auf der fünf Kilometer langen Strecke schon beim Edelsberger Weiher verzogen hatten und nur noch ein lauer Wind und Sonnenschein bis zur Ankunft am Kubacher Sportlerheim gegen Mittag vorherrschte.

Der Heimatkundler Andreas Cromm erzählte bei den Fischteichen, dass hier noch im vorigen Jahrhundert junge Männer mit einem illegalen Wettschwimmen ihre Kräfte gemessen hatten. Einige Meter weiter erinnerten sich einige Männer, dass sie in der Nähe der alten „Phosphorit-Förderanlage“ ihren Junggesellenabschied gefeiert hatten. Heute ist der Eingang zur Tiefbergbaugrube „Sprung“ im Edelsberger Tal zwar mit Moos bewachsen und teilweise verschüttet, aber die Zeugnisse der wichtigen Rohstoffschürfung im 18. Jahrhundert sind dennoch sehenswert.

Räuberhauptmann Schinderhannes

Nach diesem ersten Etappenziel ging der Weg erst einmal steil bergauf. Auf der Spitze fuhr ein Fahrzeug die ersten wenigen „Schlappmacher“ zum Ziel.

Die restliche Gruppe machte sich an den elf Meter hohen Abstieg von Edelsberg, an der entfernten Burgruine Freienfels vorbei, über die alte Handelstraße und Zubringerstraße, die gerne von Dieben wie dem Räuberhauptmann Schinderhannes heimgesucht wurden.

Mit Blick auf den Ort Kubach, nahe der Kristallhöhle „Auf dem Kalk“, gab Andreas Cromm im letzten Wanderabschnitt fundierte Ausblicke zu der Agrarwirtschaft der Region. (yvw)


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