Mathematik und Geld

Steinkamp war vor seiner Arbeit im Fachbereich MND (Mathematik, Naturwissenschaften, Datenverarbeitung) mit dem Schwerpunkt Finanzmathematik in Banken tätig und kennt deshalb das Thema sowohl von der praktischen als auch von der wissenschaftlichen Seite.

Den mehr als 50 und Zuhörern erläuterte er zunächst am Beispiel eines Buchmachers eine Strategie, wie dieser sein Verlustrisiko begrenzen kann, indem er die Gewinnquoten richtig festsetzt. Danach beschrieb er die Rolle der Banken als „Vermittler“ zwischen Kapitalgeber und Kapitalnehmer im Finanzmarkt und die gehandelten „Finanzinstrumente“ – etwa Aktien oder Anleihen.

Wie verdienen Banken ihr Geld?

Zur Risikominimierung setzen die Banken „Derivate“ ein. Das sind Verträge, bei denen Kauf und Verkauf für einen zukünftigen Termin verbindlich festgelegt wird. Der Preis für einen solchen Vertrag wird so festgelegt, dass er den Wert „0 Euro“ hat. Es wird also weder ein Gewinn noch ein Verlust erzielt. Wie man den „richtigen“ Preis ermittelt, zeigte Steinkamp an Beispielen mit Hilfe einfacher Mathematik.

Aus dem Publikum kam die Frage, wie die Banken dann an Futures verdienen: Gebühren. Zum Schluss erklärte Steinkamp, dass die Bankenkrise auch dadurch entstanden sei, dass sich die Banker nicht an das „richtige“ Vorgehen beim Handel mit Derivaten gehalten, sondern „gezockt“ hätten. Friedel Fiedler, Vorsitzende des Mathematik-Zentrums, dankte für den interessanten Vortrag und versprach eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Der nächste Vortrag der Reihe findet am 17. Mai statt: Prof. Beutelspacher fragt: „Zahlen lügen nicht?!“. (red)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet