Mehr Berufung als Beruf

KINDERZENTRUM Helmut Koch hört beim Weißen Stein auf

Der Chor der Erzieherinnen und Mitarbeiter verabschiedet Koch mit "Wundervoll daheim" in den verdienten Ruhestand. (Foto: Valentin)

Horst Viehl und Doris Mülln ernennen Helmut Koch (rechts) zum Ehrenmitglied des Vereins Kinderzentrum Weißer Stein. (Foto: Valentin)

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Er habe die Führung des Vereins zu einer Zeit übernommen, da es um das Kinderzentrum nicht sonderlich gut bestellt war, erinnerte sich Harald Renner, der einen Brief des früheren Verwaltungsratsvorsitzenden Wolfgang Zöller verlas. Aufgrund nachlässiger Arbeit in der Buchführung stand der Verein damals sogar kurz vor der Insolvenz. Mit seiner Kompetenz, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und einer gehörigen Portion Herzblut sei Helmut Koch jedoch der Umschwung gelungen, betonte Renner. Damit sei er eine Schlüsselfigur in der erfolgreichen Entwicklung des Kinderzentrums, das mittlerweile zehn Einrichtungen zur Förderung von Kindern mit und ohne Behinderungen im Kreisgebiet betreibt.

Diese Entwicklung sei vor allem Kochs vorausschauender und ruhiger Art zu verdanken, so der Laudator. Dem schlossen sich auch die weiteren Redner an. Für Uwe Pöppler, Leiter des Fachbereichs Familie und Soziales beim Landkreis Marburg-Biedenkopf, ist ein Kinderzentrum ohne Helmut Koch gar nicht vorstellbar. Wann immer es Probleme oder Fragen gegeben habe, sei der stets der passende Ansprechpartner gewesen, betonte Pöppler. Dabei habe er das Ohr immer dicht am Puls der Zeit und den Belangen der Kinder gehabt.

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Auch Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) sah in Helmut Kochs Aufgabe eine Herzensangelegenheit. "Für ihn war sein Amt nicht nur Beruf, sondern Berufung", erkannte Kremer. Die Integration und Förderung behinderter Kinder habe für ihn immer höchste Priorität gehabt und durch seine Beharrlichkeit habe er viel für diese Kinder im gesamten Landkreis erreicht.

"Helmut hat uns einen Rucksack voller Erfahrungen, Humor und Weisheiten hinterlassen"

Glückwünsche überbrachten aber auch Kochs Kollegen - die Erzieherinnen aus den Kindergärten ebenso wie seine beiden Vorstandskollegen Astrid Mergel-Diehl und Markus Brück.

Gemeinsam hatten sie Eric Claptons "Wonderful tonight" in "Wundervoll daheim" umgetextet und trugen das Werk als Chor vor. Außerdem überreichten sie Koch sein persönliches "Koch-Buch", gespickt mit allerlei Erinnerungen an die vergangenen 21 Jahre. "Helmut hat uns einen Rucksack voller Erfahrungen, Humor und Weisheiten hinterlassen, von dem wir noch lange profitieren werden", stellte Markus Brück fest und würdigte die Mischung aus hohem Sachverstand und Bauchgefühl, die seinen scheidenden Kollegen auszeichne. Helmut Koch selbst meldete sich erst ganz zum Schluss zu Wort. In all den 21 Jahren habe ihm die Arbeit immer Freude gemacht, betonte er, und es sei sicherlich nicht leicht, ein Arbeitsumfeld zu finden, das man dermaßen genießen könne, wie er es getan hat.

Mit seinem Abschied verband er deswegen zugleich auch den Dank an seine verschiedenen Wegbegleiter: Den Kollegen für das tolle Klima, den Kommunen für die stets gute Zusammenarbeit und den Erzieherinnen für deren Unterstützung bei der Arbeit.

Als Koch die Gäste schon zu einem Imbiss einladen wollte, ergriff Horst Viehl als Vorsitzender des Verwaltungsrates des Kinderzentrums das Wort. Gemeinsam mit der früheren Vorstandsvorsitzenden Doris Mülln überreichte er Koch eine Urkunde, die ihn zum Ehrenmitglied des Kinderzentrums ernennt. Damit ist Helmut Koch derzeit das einzige Mitglied, das diesen Titel trägt. Musikalisch wurde die Feierstunde von Andrea Laubner und Mark Ziemann gestaltet, die mehrere Titel von Kochs Lieblingsband CCR anstimmten.


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