Mehr Rechte für Ältere

PFLEGE Kreis informierte über Neuerungen für Pflegebedürftige

Die Pflege alter und dementer Menschen ist wichtig. Über deren Rechte und die ihrer Angehörigen informierte der Lahn-Dill-Kreis jetzt bei einer Veranstaltung in Ehringshausen. (Foto: Archiv)

Als Experten waren Jochen Adam, Geschäftsführer der Barmer GEK in Wetzlar und Iris Bickel von der Abteilung Pflege der Krankenkasse eingeladen worden. Mit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz gebe es vor allem für Menschen mit Demenz verbesserte Leistungen, erläuterte Adam. Neu sind auch mehr Leistungen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz; sie können erstmals über die Einstufung in Pflegestufe 0 ein monatliches Pflegegeld von 120 Euro oder eine Pflegesachleistung von bis zu 225 Euro erhalten. Darüber hinaus hat der Pflegebedürftige Anspruch auf Leistungen für Anpassungsarbeiten an seiner Wohnung in Höhe 2557 Euro und Anspruch auf Leistungen für die so genannte Verhinderungspflege bis zu 1550 Euro pro Jahr.

Jochen Adam wies darauf hin, dass es für den Einzelnen schwierig sei, einen Überblick über Leistungsansprüche zu erhalten. Damit Pflegebedürftige entscheiden können, welche Leistungen sie wie einsetzen möchten, haben sie Anspruch auf eine Pflegeberatung. Die Kassen müssen innerhalb von zwei Wochen nach Anfrage einen Beratungstermin oder einen Beratungsgutschein zur Verfügung stellen.

Neu im Gesetz ist die Förderung von neuen Wohnformen, informierte Iris Bickel. So wird zum Beispiel die Gründung einer ambulanten Wohngruppe mit einem Betrag von 2500 Euro pro Person, maximal 10 000 Euro pro Wohngruppe für notwendige Umbaumaßnahmen der gemeinsamen Wohnung unterstützt. Mindestens drei Personen müssen zusammen finden, um diese Leistungen beanspruchen zu können.

n Festlegung der Pflegestufe soll nur noch maximal fünf Wochen dauern

Zukünftig zügiger und transparenter sollen die Begutachtungsverfahren und die Entscheidungen der Pflegekassen werden, schilderte Adam. Spätestens nach fünf Wochen nach Antragstellung soll der schriftliche Bescheid über die Stufe der Pflegebedürftigkeit erteilt sein. Bei Nichteinhaltung der Fristen muss die Pflegekasse zukünftig 70 Euro pro Woche an den Antragsteller zahlen.

Jochen Adam informierte zu Versicherungen die als Ergänzung zur Pflegeversicherung eingesetzt werden können. Dabei sei es wichtig, sich die Angebote genau anzuschauen und zu vergleichen. Sie sollten auf die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet sein.

Anette Stoll vom Lahn-Dill-Kreis wies darauf hin, dass die Pflegeversicherung nicht den gesamten finanziellen Bedarf bei Pflegebedürftigkeit abdecken kann. Wenn das Geld nicht reicht, kann der Sozialhilfeträger helfen.

Kontakt: Beratungsstelle für ältere Menschen und Angehörige, & (0 18 03) 42 72 71 in Wetzlar oder 01803/ 42 72 72 in Dillenburg.


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